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Kriminalität: Zwölf Bilder aus der Kunst/Halle gestohlen / Fotograf fühlt sich „ein wenig geschmeichelt“

Rätselraten nach Diebstahl von Fotos

Archiv-Artikel vom Donnerstag, den 24.05.2012

Von unserem Redaktionsmitglied Timm Herre

Ein Bild aus der Serie "Fleischwaren" (oben) von Oliver Rath (unten). Die Diebe stahlen zwölf Fotos - ob das abgebildete darunter war, ist nicht bekannt.

© Rath

"Es ist schon ungewöhnlich! Wenn ich Fotos stehlen will, hänge ich doch danach nicht die Rahmen wieder fein säuberlich an die Wand." So verwundert wie der Heidelberger Polizeisprecher Dieter Klumpp sind viele über den Diebstahl von zwölf Bildern aus der Serie "Fleischwaren" des Berliner Fotografen Oliver Rath. Die Kunstwerke verschwanden vergangenes Wochenende aus den Ausstellungsräumen der Kunst/Halle in der Bahnstadt (wir berichteten gestern kurz) - unter mysteriösen Umständen.

Die Täter gelangten laut Polizei in der Nacht von Freitag auf Samstag ins Gebäude, nahmen die zwölf Bilder aus den Rahmen und hängten die leeren Hüllen anschließend wieder zurück. Schon dieses Verhalten ist seltsam. Dazu kommen noch die fehlenden Einbruchsspuren. Es habe keine Anzeichen für ein gewaltsames Eindringen gegeben, sagt Klumpp. "Es ist aber wohl so, dass weit über ein Dutzend Schlüssel für das Gebäude in Umlauf sind. Möglicherweise ist jemand mit einem Nachschlüssel eingedrungen", vermutet der Polizeisprecher. Erklärungsbedürftig ist auch, warum die Polizei erst am Montagmorgen über den Vorfall informiert wurde. Denn nach Aussagen der Betreiber hatte eine Putzfrau den Diebstahl bereits am Samstagmorgen entdeckt.

Problem Brandschutztür?

Der Geschäftsführer der Kunst/Halle, Felix Grädler, begründet das mit seiner Abwesenheit am fraglichen Wochenende. "Die Mitarbeiter wollten da Rücksprache halten und die Halle war in der Zwischenzeit auch nicht geöffnet", sagt Grädler. Die vielen Schlüssel hält er auch nicht für ein Problem. Wahrscheinlicher sei, dass die Diebe über eine schwach schließende Brandschutztür ins Gebäude gelangt sind. Den entstandenen Schaden - die Fotos sind knapp 1000 Euro wert - wird Grädlers Firma bezahlen müssen. "Bei solchen Werten lohnt es sich nicht, eine Versicherung abzuschließen."

Fotograf Oliver Rath war zuerst geschockt, als er von dem Vorfall hörte. "Dann dachte ich: Irgendwie ist es auch ein Kompliment. Da wollte jemand die Fotos unbedingt haben", erzählt der in Heidelberg geborene Künstler auf Anfrage. Er fühle sich ein wenig geschmeichelt. "Hoffentlich hängen die Diebe die Bilder jetzt wenigstens schön auf."

Raths Aufnahmen haben in seiner Geburtsstadt in den vergangenen Wochen viele Fans gefunden. Die seit April laufende Ausstellung wurde jüngst um zwei Monate bis Ende Juli verlängert. Die Kulturredaktion dieser Zeitung schrieb über Raths Arbeiten: "Eine Wunderwelt aus inszenierten Körpern, erotischen Momentaufnahmen (...). Manche sind kreischend, provokant und obszön, andere dann wieder amüsant, selbstironisch und auch sensibel."

Das provozierende und frivole Element in seinen Fotos hat aber auch Kritik hervorgerufen. Waren es am Ende vielleicht sogar Gegner seiner Kunst, die die Bilder gestohlen haben? Rath überlegt kurz und lacht dann: "Das wäre das beste Motiv! Wenn so ein "Club der angezogenen Menschen" sich dazu bekennt. Saulustig!"

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 24.05.2012

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