Altlußheim

Weltmeisterschaft der Friseure Sabrina Dörr gewinnt mit dem Herrenjuniorenteam die Goldmedaille / Im Einzel gibt es Silber

An Familienerfolge angeknüpft

Archivartikel

Altlussheim.Sabrina Dörr hatte ein ehrgeiziges Ziel. Wettbewerbe und Meisterschaften hatte sie schon auf ihrer Agenda, da war sie noch in der Ausbildung zum Friseurhandwerk. In einem Interview vor einigen Jahren mit unserer Zeitung gab Sabrina, nach Zukunftsplänen gefragt, an: „Ich werde Weltmeisterin“. Nun kann man sagen: Ziel erreicht.

Mitte des Jahres fand die Weltmeisterschaft der Friseure in Paris statt. Sabrina Dörr hat die Goldmedaille mit dem Herrenjuniorenteam geholt und sich damit gegen eine Konkurrenz von 1300 Teilnehmern aus 54 Nationen durchgesetzt. Zusammen mit ihren Kollegen Philipp Eicke aus Pfungstadt und Marius Koegel aus Halle hat Sabrina Dörr sich monatelang auf die WM vorbereitet und das hat sich offensichtlich gelohnt.

Nachdem sich die anfängliche Fassungslosigkeit bei der Siegerverkündung und der Tränenfluss gelegt hatten, hieß es, die Deutschlandfahne zu schwenken, den Pokal zu küssen und einfach nur glücklich zu sein. Die Friseurfamilie Dörr ist schon seit Jahrzehnten siegesverwöhnt, Opa Willi Dörr heimste früher unzählige Pokale und Auszeichnungen ein, genau wie sein Sohn Jürgen, der seit vielen Jahren die Nationalmannschaft trainiert. Kein Wunder, dass Sabrina eine ordentliche Portion Talent in diesem kreativen Handwerk abbekommen hat und mit großem Selbstbewusstsein und Ehrgeiz ihre Ziele verfolgt.

Arbeit mit Trainingsköpfen

„Das Herrenfach liegt mir“, erzählt die angehende Friseurmeisterin im Interview mit unserer Zeitung. Natürlich plaudert sie gerne über den Wettbewerb. Es wird dort mit Trainingsköpfen gearbeitet. Eine Aufgabe besteht darin, in 20 Minuten ohne Kamm und Bürste, nur mit dem Föhn, eine Frisur zu zaubern. Die zweite Aufgabe ist, ein Schnitt, der anschließend mit Fingern und Stylingprodukten ohne Hilfe eines Föhns perfektioniert werden muss.

Wie schafft man es, sich gegen ein enormes internationales Aufgebot durchzusetzen? „Man muss schon ein großes Vertrauen in sich selbst haben, das wächst von Wettbewerb zu Wettbewerb“, erzählt Sabrina Dörr, „und man muss auf die Trainer hören“. Dabei zwinkert sie ihrem Vater zu, der schon ordentlich stolz auf die 23-Jährige ist. Aber mit der Goldmedaille gab sich Sabrina in Paris nicht zufrieden. Im Herrenschnitt-Einzel sicherte sie sich die Silbermedaille vor dem Kollegen aus Japan. „Es war knapp, aber Silber ist auch ok“, lacht die junge Friseurin.

Ab Januar geht es für Sabrina in die Meisterschule und später wird sie den „Salon Dörr“ als fünfte Generation übernehmen. Natürlich muss auch noch Zeit für das Privatleben bleiben. Mit Freunden ausgehen oder die kleinen Nachwuchsschwimmer bei der DLRG trainieren, das ist der Ausgleich zum Beruf und auch wichtig für Sabrina.

Im nächsten Jahr gibt es bei Familie Dörr allerhand zu feiern. Das Geschäft begeht sein 90-jähriges Bestehen und Großvater Willis „Schätzchen“, sein „Schnuteputzers Frisörmuseum“, wird 20 Jahre alt. Dass Sabrina dann im April die Meisterprüfung besteht, ist eigentlich nur logisch.

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