Altlußheim

Ausstellung Goldschmiedin Ursula Carlin bringt verschiedene Künstler im Lusshof 4 zusammen / Holz- Stein- und Tonskulpturen treffen auf verblüffende Malerei

Ein Traumwerk kreativer Schaffenskraft

Archivartikel

Altlußheim.Im Herzen der Kurpfalz, am Rande der Gemeinde am Rheinbogen, und doch zu Altlußheim gehörend, präsentierte sich am Wochenende ein wahres „Traumland“ verschiedener künstlerischer Attraktionen: in Silber und Gold geschmiedet, in Stein gehauen, aus Holz und Ton geformt und aussagestark auf der Leinwand festgehalten.

Treffpunkt von Kunst und Künstlern und vielen Gästen war der Lusshof 4 gleich neben dem ehemaligen Lokschuppen. Als „Traumwerk“ hatte es Gastgeberin Ursula Carlin bereits in ihre Einladung geschrieben: „Ursula Carlin – mein Traumwerk“. Carlin konnte, wie sie gerne zurückblickt, ihren Traum zum Beruf machen. Nach ihrer Gesellenprüfung als Goldschmiedin kehrte sie nach zwei Arbeitsjahren in den USA in die Kurpfalz zurück, machte ihre Gestalter- und Meisterprüfung und im Jahr 2000 eröffnete sie ihr Goldschmiedeatelier im Lusshof 4. Jetzt hatte Carlin befreundete Kunstschaffende eingeladen, um gemeinsam eine Präsentation von Ideen zu zeigen, die als Gesamtkomplex ein Kunstwerk darstellten. Ergänzend zu ihrer Goldschmiedearbeit hat sie Tonarbeiten als ihr „Hobby“ entdeckt und präsentierte eine Reihe lebensgroßer Skulpturen. Darunter befinden sich die „Wasserfrau“ und die „Lebensspenderin“, wobei Erstgenannte einen Brunnen darstellt und die zweite ihre Hände zu einer Vogeltränke formt.

Bei Ralf Schebiella geht es um Holz: um das Drechseln und das Bearbeiten von Schwemmholz. Unter seinen Händen entstehen Skulpturen, Schalen, Dosen sowie raffinierte Ständer für Kerzen und für Blumen. Er versteht es, den Hölzern aus heimischen Regionen mit Hilfe der angepassten Formen „neues Leben“ einzuhauchen. In der „Schibis-Werkstatt“ in Ketsch wird das Material so bearbeitet, dass es auch in der neuen Form noch seine Eigenheiten und Eigenschaften behält.

„Escape-Taste“ ein Hingucker

Der Steinmetz- und Bildhauermeister Patrick Kästner hat als Restaurator historischer Bauwerke weit über die Region hinaus einen ausgezeichneten Ruf. Sein Atelier und seine Werkstatt befinden sich im „Industriehof“ in Speyer. Im Lusshof präsentiert er einige seiner einfallsreichen Arbeiten, bei denen er oft spontane Ideen in Stein umsetzt. Verblüffend und überraschend, wenn man plötzlich in der Ausstellung eine „überlebensgroße Escape-Taste“ fernab jeglicher Medientechnik findet, die in Stein gehauen ist.

„Ton am Rhein“ nennt der Speyerer Hubert Neumann seine Werkstätten, in denen er sich mit keramischen Arbeiten intensiv beschäftigt. Organische Formen und Strukturen sieht er als Herausforderung an, mit denen er sich vielfältig ausdrücken kann. Verschiedene Töpfer- und Brenntechniken machen es Neumann möglich, seinen Ideenreichtum sichtbar zu machen. Abstraktes, Organisches und Geometrisches bilden in seinen Objekten eine harmonische Einheit.

Eine weitere „künstlerische Welt“ öffnet sich mit den Acrylbildern von Maria Stahl-Kolb aus Schifferstadt. Die bereits in ihrer Jugend vorhandene Liebe zur kreativen Gestaltung und zur Malerei intensivierte sie nach ihrer beruflichen Laufbahn und ist seither als freischaffende Künstlerin tätig. Ihre Bilder stellen Kompositionen aus Farben, Licht und Strukturen dar. Die Farbe ist dabei stets ein Hauptthema – eindrucksvoll, aber nicht immer dominierend. In ihrer speziellen malerischen Ausdrucksweise stellt Stahl-Kolb vor allem Frauen dar. Es sind optische Reminiszenzen an die 1920er Jahre, aber auch Frauengesichter, deren Blick den Blick der Betrachter herauszufordern scheint.

„Die Vielfalt dieser Ausstellung beeindruckt ebenso wie die Individualität der einzelnen Werke“, meinte Bürgermeister Uwe Grempels bei seinem Ausstellungsbesuch. „Ich finde es großartig, dass wir ein solches Kleinod am Rande unserer schönen Gemeinde haben.“ Grempels dankte den Künstlern und vor allem der Gastgeberin Ursula Carlin für das Engagement. Dies sei, so der Bürgermeister, ein idealer Ort, Kunst zu präsentieren, aber auch ein geeigneter Platz, sich zu künstlerischer Inspiration und Tätigkeit zurückziehen zu können.

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