Altlußheim

Vogelpark Weißstorch kehrt auf seinen Horst zurück / Diesjährige Reise ins Winterquartier nach zwei Monaten beendet

Ein überzeugter Kurzurlauber

Archivartikel

Altlußheim.Wahrscheinlich läge es an den derzeit in Europa im Zuge der Corona-Pandemie geltenden Reisebeschränkungen, dass Freund Adebar schon wieder zurück ist aus dem warmen Süden. Mutmaßt zumindest unser Fotograf Wolfgang Schwindtner, der am Montagmorgen seinen Augen nicht trauen wollte, als er aus seinem Fenster schaute und sich Auge in Auge mit dem Weißstorch sah, der erst vor gut zwei Monaten ins Winterquartier aufgebrochen war.

Oder aufgebrochen sein sollte. Denn in gut acht Wochen kann er es zwar in warme Gefilde geschafft haben, doch zu mehr als einem kurzen Hallo dürfte es nicht gereicht haben, bevor es hieß, die Rückreise anzutreten. Wenn Freund Adebar denn auch wirklich die Strapazen der Reise auf sich genommen hat. Führt man sich vor Augen, dass der November hierzulande mit Temperaturen begonnen hat, für die sich selbst der Mai nicht schämen muss, im Süden Europas derweil Glühweinverkäufer ein gutes Geschäft gemacht hätten, stellt sich die Frage, ob sich der ganze Aufwand mit dem Hin und Her noch lohnt.

Der Altlußheimer Weißstorch scheint sie auf seine Art beantwortet zu haben, wie ein Blick in die Chronik zeigt. 2018 kehrte der überzeugte Kurzurlauber Anfang Februar in den Horst beim Vogelpark zurück, ein Jahr später wurde er bereits Mitte Januar gesichtet und in diesem Jahr vermeldeten wir seine Rückkehr Anfang Januar.

Wahrscheinlich hat der klappernde Geselle schon länger auf den Flug nach Afrika verzichtet, stattdessen in Spanien überwintert. Mal schauen, wann die Gemahlin anreist, im Januar folgte sie ihm mit wenigen Tagen Verzögerung. Sollte auch sie dieser Tage wieder im Horst klappern, so kann dies das Ende des Weißstorchs als Zugvogel einläuten.

Denn bei allen mehr oder minder lustigen Mutmaßungen über die Reiseunlust des Altlußheimer Storchs zeichnet sich eines deutlich ab – der Klimawandel lässt sich nicht mehr leugnen. Für den Vogel macht der Stress der Reise keinen Sinn mehr, er scheut die Strapazen und wird zum heimischen Vogel – drei Wochen Spanienurlaub inklusive.

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