Altlußheim

Volkstrauertag Bürgermeister der Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft legen Kränze nieder / Angesichts der Corona-Pandemie findet das Gedenken im kleinen Kreis ohne Öffentlichkeit statt

Gedenken an die Toten setzt ein Zeichen für den Frieden

Archivartikel

Region.Die Anfänge des Volkstrauertags reichen zurück bis in die Weimarer Republik. Damals fand der erste Volkstrauertag noch im März statt und sollte dem Gedenken der im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten dienen.

Von diesen Anfängen hat sich der heutige Volkstrauertag weit entfernt. Nicht nur dass er nun stets zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen wird, er dient auch längst nicht mehr der Glorifizierung des Soldatentods, sondern ist gedacht als Mahnung vor den Schrecken des Krieges, dient dem Erinnern an Menschen aller Nationen, die Opfer von Völkermord und Terror wurden.

Gedenken im Stillen

Unter den Vorzeichen der Corona-Pandemie lasse sich der Volkstrauertag nicht wie gewohnt begehen, betonte Bürgermeister Gunther Hoffmann, der es sich dennoch nicht nehmen ließ im stillen Gedenken gemeinsam mit Pfarrerin Katharina Garben einen Kranz am Ehrenmal auf dem Neulußheimer Friedhof niederzulegen. Dies schon am Freitag, um jeglicher Menschenansammlung vorzubeugen. Zumal, so Hoffmann, es um Erinnern und Mahnen gehe, nicht um einen bestimmten Tag.

Pfarrerin Garben verwies auf den zentralen Gottesdienst zum Volkstrauertag, der am Abend in Hockenheim stattfand. In dessen Mittelpunkt stand das Thema Frieden. Durch Corona, ein Virus, das den Seelenfrieden vieler Menschen gefährde, hat das Thema einen sehr aktuellen Bezug gewonnen.

Nicht minder wichtig sei der Aspekt, so Garben, wie der Frieden gestärkt werden könne. Europa habe sei dem Ende des Zweiten Weltkriegs 75 Jahre voller Frieden erlebt, wofür man dankbar sein dürfe. Doch gelte es, diesen Frieden zu bewahren. Auch dadurch, dass man an die Opfer der Kriege erinnere.

In Altlußheim trafen sich weltliche und kirchliche Gemeinde am Volkstrauertag auf dem Friedhof an den Ehrenmälern der beiden Weltkriege.

Böses mit Gutem bekämpfen

Bürgermeister Uwe Grempels und Pfarrer Matthias Zaiss legten gemeinsam einen Kranz nieder. Zuvor hielten beide Ansprachen, in denen sie das Nichtvergessen des Kriegsgräuels anmahnten, aber auch auf aktuelle Situationen wie Anschläge und die Coronapandemie eingingen. „Bekämpft das Böse mit dem Guten“, fasste Pfarrer Zaiss die Botschaften zusammen.

Bürgermeister Stefan Weisbrod hatte in Reilingen gleichfalls alle Feierlichkeiten am Volkstrauertag abgesagt, ein stilles Gedenken richtete er dennoch aus. Gemeinsam mit Vertretern des VdK und des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge legte er im Beisein einiger Gemeinderäte Kränze am Ehrenmal auf dem Friedhof nieder. Sie sollen als ein Zeichen für Frieden und Hoffnung stehen. aw/mb

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