Altlußheim

Museum Autovision Gleich fünf Exponate feiern in diesem Jahr einen runden Geburtstag / E-Fahrzeug wird 120 Jahre alt

Geschichte der Mobilität erzählt

Archivartikel

Altlußheim.Wer das Museum Autovision bereits besucht hat, erinnert sich sicherlich an das einzigartige Ausstellungskonzept, welches wie eine Zeitreise durch die Fahrzeuggeschichte aufgebaut ist. Kaum ein Besucher verlässt dieses Museum ohne das ein oder andere „mobile Aha-Erlebnis“ – nicht zuletzt, da die sechs Ausstellungsbereiche viele weltweit nur einmal existierende Exponate zeigen, welche wichtige Meilensteine der Mobilitätsgeschichte sind. Und nirgendwo anders bekommt man zu jedem Ausstellungsstück mehr Informationen geliefert, als in der Autovision.

So ist es auch kein Wunder, dass in diesem Jahr gleich fünf geschichtsträchtige Ausstellungsfahrzeuge oder Erfindungen rund um die Mobilität einen runden Geburtstag feiern.

Erstes Vierradauto wird gezeigt

Der Daimler Stahlradwagen aus dem Jahre 1889 etwa, welcher als erstes Vierradauto der Welt gilt, wird heuer 130 Jahre alt. Er war damals ein Gemeinschaftsprojekt von Daimler, NSU und Maybach. Zu bestaunen ist dieser in der verlängerten Sonderausstellung „Die ersten fünf Autos der Welt“ im X-Cube Gebäude des Museum.

Fünf Jahre später, also vor genau 125 Jahren, produzierten die beiden Firmengründer Heinrich Hildebrand und Alois Wolfmüller das erste Serienmotorrad der Welt. Die nach ihnen benannte „Hildebrand & Wolfmüller“ bildet den Anfang einer sehr umfangreichen Vorkriegs-Motorradausstellung in der Autovision.

Wer glaubt, das Thema Elektromobilität ist noch so jung, dass Jubiläen noch keiner Feier würdig sind, wird hier gleich im doppelten Sinne eines Besseren belehrt. Bereits vor 120 Jahren schaffte es der Belgier Camille Jenatzy, mit seiner „Elektrorakete“ oder „Rennzigarre“ rein batterieelektrisch die bis dato nie erreichte Geschwindigkeit von über 100 Stundenkilometern zu erreichen.

Das etwas skurril anmutende Rekordfahrzeug aus dem Jahre 1899 ist in der Abteilung „Mobilität der Zukunft“ zu bestaunen, wohl mit dem Argument, dass jede Zukunft auch ihre Vergangenheit hat. Noch mehr verdeutlicht dies in derselben Ausstellung, dass die Erfindung der Brennstoffzelle von William R. Grove bereits 180 Jahre zurückliegt. Seine Arbeit schaffte die Grundlage für die Wasserstoff-Kaltverbrennung, welche in Elektrofahrzeugen der Zukunft eine große Rolle spielen könnte, um auf Batterien mit langen Ladezeiten irgendwann ganz verzichten zu können.

Der Marke Citroën wird gehuldigt

Schon im Frühjahr 2019 feierte man außerdem im Museum den 100. Geburtstag der Marke Citroën. Zwar gab es schon seit dem Bestehen der Autovision besondere Fahrzeuge dieser Marke in der Wankelausstellung und bei der Elektromobilität zu sehen. Neu ist seit kurzem ein historischer Citroën B15 Bus aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, welcher beispielhaft für die Nutzfahrzeuge von damals steht.

Der Individualverkehr spielte kaum eine Rolle, da sich nur sehr wenige ein eigenes motorisiertes Fahrzeug leisten konnten. cs

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