Altlußheim

Rheinfrankenhalle Beim Kreativmarkt können Jugendliche und Erwachsene einiges selbst herstellen / Für Kinder gibt es Bastelspaß / Gemütliche Beleuchtung

Kerzen drehen oder Aquarelle malen

Altlußheim.Wie Phönix aus der Asche soll er am dritten Novemberwochenende in der Rheinfrankenhalle neu belebt werden, der Kunsthandwerkermarkt, auf den im vergangenen Jahr schon die Nachrufe geschrieben wurden. Doch im Nachgang der letztjährigen Veranstaltung fanden sich einige Personen zusammen, an der Spitze Uwe Eickmeier, die den Markt nicht nur fortführen, sondern mit frischen Ideen neu gestalten wollen. Eickmeier war es auch, der im Gespräch mit unserer Zeitung die Neuausrichtung des Marktes vorstellt.

Seit nunmehr 23 Jahren gibt es diesen Markt, der im Herbst vorweihnachtliche Handwerkskunst für Jung und Alt präsentiert. Eng verbunden war er mit dem Namen von Maria Schwechheimer, die ihn über Jahre hinweg mit ihrem Team zu einem festen Begriff gemacht hat. Als Schwechheimer ankündigte, die Reihe nicht mehr fortsetzen zu wollen, schien es zunächst düster um die Zukunft des Marktes, doch dann fand sich mit Uwe Eickmeier, im vergangenen Jahr frisch zugezogen in die Gemeinde, ein Freiwilliger, der in die Verantwortung trat, den Markt fortführen will.

Neue Akzente setzen

Mit der Rückendeckung von Bürgermeister Uwe Grempels und Helfern des Kreises um Schwechheimer machte er sich an die Arbeit, den Markt neu zu planen. Wobei er das Rad nicht neu erfinden, Bewährtes bleibehalten, doch bei dem Markt in der Rheinfrankenhalle neue Akzente setzen will. Das ist auch am neuen Namen kenntlich – Kreativmarkt soll es künftig heißen und damit den Trend hin zum Mitmachmarkt für die ganze Familie weisen.

Eickmeier setzt auf Mitmachaktionen, die den Besuch des Marktes zu einer aktiven Angelegenheit machen. Das fängt mit den Kindern an, für die Bastelangebote bereitstehen, die sich im Kerzendrehen üben können. Für Jugendliche und Erwachsene gibt es gleichfalls Workshops, so zum Nähen mit der Hand, die einfache, aber wirkungsvolle Methode „English Paper Piecing“. Hier ist am Stand eine Anmeldung erforderlich und es wird ein Kostenbeitrag fürs Material erhoben.

Demonstrationen führen in die Kunst der Aquarellmalerei ein, an einer anderen Stelle hat eine Seifenmanufaktur ihren Stand – kreative Tätigkeiten sollen die Halle beleben. Glas- und Holzobjekte, Keramik- und Stoffarbeiten, Schmuck, Essig und Öl, Kinder- und Babyausstattungen und vieles mehr sollen das Auge des Betrachters fesseln. Und natürlich, so Eickmeier, soll die traditionelle Holzkunst aus dem Erzgebirge ebenso ihren Platz haben wie die Glasbläserei.

Wobei, merkt er an, viele der Aussteller sich bei der Fertigung ihrer Ausstellungsstücke über die Schulter schauen lassen.

So stellt sich Eickmeier künftig den Kreativmarkt vor, ein Rundgang durch die Welt kunsthandwerklichen Schaffens und außergewöhnlicher Produkte, die den Besucher zum Mitmachen einladen, die den Gang durch die Halle zum Erlebnis machen. Dazu beitragen sollen auch eine neue Beleuchtung und Dekoration des Marktes, die für mehr Ambiente sorgen sollen. Ganz klar, so Eickmeier, die Halle dient dem Sport, doch an diesem Wochenende soll es nicht auf den ersten Blick zu erkennen sein.

Besonders freut sich der Organisator, dass rund 50 Aussteller ihr Kommen zugesagt haben, darunter zehn Teilnehmer, die bisher noch nicht bei dem Markt vertreten waren. Und trotz der kurzen Vorbereitungszeit – die Zahl der Sponsoren, die den Markt unterstützt, hat sich von zwei auf acht erhöht.

Das ist auch gut so, wie er findet, denn der Erlös des Kreativmarktes wird gespendet. Und da die Standmieten gerade mal die Hallenmiete abdecken, kommt das Gros der Einnahmen aus dem Kuchenverkauf und der reich bestückten Tombola des Marktes.

Erlös wird gespendet

Für den Verkauf der Backwaren und Konditoreierzeugnisse hat sich Eickmeier etwas Neues einfallen lassen – diese gibt es nicht mehr im Foyer der Halle zu kaufen, sondern im Innern derselben. So erhofft er sich mehr Besucher, die in die Halle kommen, auch wenn diese eigentlich nur Kuchen für die heimische Tafel mitnehmen wollten. Für Eickmeier ist der Kreativmarkt ein Prozess, der im Laufe der Jahre optimiert werden muss. Weshalb er eine Umfrage unter Ausstellern und Besuchern starten wird, um Anregungen für den Markt 2020 zu gewinnen. Für dessen Ausrichtung er sich mehr Mitstreiter erhofft. Kommen genügend zusammen, dann ist die Gründung eines Vereins ins Auge gefasst. Für Eickmeier einfach die bessere Basis für eine solche Aufgabe. aw

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