Altlußheim

Albert-Schweitzer-Schule Mitmachmärchen von Frank Ströber begeistert Grundschüler / Außenseiter-Sein und Mobbing thematisiert

Kinder lernen Zusammenhalt

Archivartikel

Altlußheim.Ein Bühnenbild, bemalt mit bunten Waldmotiven, beleuchtet von mehreren Scheinwerfern. Dieser Anblick bot sich den Erst- bis Viertklässlern der Albert-Schweitzer-Grundschule beim Betreten des großen Saales des Emil-Frommel-Gemeindehauses.

Zu Gast war nämlich Frank Ströber, Preisträger des Heidelberger Präventionspreises, mit dem Mitmachtheater „Käfer & Co.“. Dessen Ziel ist des, dass die Kinder auf spielerische und altersgerechte Weise Solidarität und Zusammenhalte lernen.

Als Erzähler führte Ströber vor der Kulisse das Stück gemeinsam mit den Kindern auf. Damit auch alle gut mitmachen konnten, haben die Erst- bis Viertklässler im Voraus zusammen mit den Lehrern eine CD zu dem Stück besorgt und die Lieder fleißig geübt. Mit einem herzlichen „Guten Morgen“ wurde schließlich Ströber, verkleidet als „Frank der Waldschrat“, begrüßt, der nun auf die Bühne trat. Vor dem Beginn des Theaters stimmte er zum Warmwerden einen fröhlichen Waldrap „Im Wald da ist was los“ an, bei dem kräftig mitgesungen und auch geklatscht wurde.

Die jungen Zuschauer tauchten nun ein in die Welt der jungen Insektenschüler der Waldschule von Lehrerin Frau Holzwurm, die für heute einen Wandertag geplant hatte.

Junge Schauspieltalente

Jetzt fehlten nur noch die Schauspieler, die die sechs Hauptfiguren spielten. Sofort meldeten sich viele Freiwillige und aus ihnen wurden sechs Schüler ausgewählt, die anschließend auf die Bühne kamen und unter Anleitung Ströbers mitspielten.

Zu ihren Rollen schlüpften die Kinder in den von Ströber mitgebrachten Kostümen. Ariane aus der 4 a spielte Babsi Biene, die selbstbewusste Anführerin der coolen Gang, die „Babsi-Bande“. Zu dieser gehörten außerdem die Grille Manni(Keanu, 3 b), Charlie Hummel (Maximilian, 4 a) und Evi Marienkäfer, gespielt von Emilia aus der 2 b. Da wäre andererseits auch noch Uwe Weberknecht (Sevan, 3 a), der aufgrund seiner langen Beine von den „Coolen“ immer gehänselt und ausgegrenzt wurde. Als Außenseiter wünschte er sich, endlich so akzeptiert zu werden, wie er ist und dazuzugehören.

Doch die Bande machte ihm das alles andere als leicht. Da er sich als Einziger für den Wandertag passend mit Kompass und Landkarte ausgestattet hatte, ließ die Bande nichts unversucht, ihm den Tag zu vermiesen und klauten seinen Rucksack. Mit dem Lied „Ich frage mich, für was ich noch gut bin“ wollte Uwe ausdrücken, wie es sich anfühlt, ausgegrenzt zu werden.

Wie die Zuschauer sehen konnten, bekam Uwe bei jeder Beleidigung einen roten „Ärgerpunkt“. Während sich die Gang einen Spaß daraus machte, Uwe reinzulegen, war es die Raupe Rita (gespielt von Mara, 3 b), die auf seiner Seite war. Als der kleine Weberknecht schließlich ein Unwetter während des Wandertages vorhersah, glaubte ihm niemand und somit war es nur er, der dafür gewappnet war. Obwohl die anderen oft gemein zu ihm waren, teilte er dennoch während des Sturms seine Blätterplane mit ihnen. Sie mussten sich schlussendlich eingestehen, dass sie Uwe mit ihren Beleidigungen Unrecht getan hatten und entschuldigten sich nacheinander bei ihm. Mit jeder Entschuldigung verschwand ein „Ärgerpunkt“ und dem Weberknecht ging es immer besser. Am Ende bekam er sogar eine Blume geschenkt und wurde in die Bande aufgenommen. Mit dem Schlusslied „Bei uns bist du richtig“ besiegelten die Insekten ihre neugewonnene Freundschaft.

Zum Nachdenken angeregt

Die Geschichte und die darin eingebauten Lieder bereiteten den Grundschülern nicht nur sichtlich Spaß, sondern sie konnten auch viel lernen. Auf spielerische Weise wurde ihnen erklärt, dass es falsch ist, andere aufgrund ihres Aussehens oder Eigenschaften zu verurteilen.

Die Mädchen und Jungen sollen lernen, Mobbing zu vermeiden und andere so zu akzeptieren, wie sie sind. Sie konnten während des Stückes im Frommel-Haus selbst erkennen, was alles in der Gesellschaft schiefläuft und wie man das vermeiden und Konflikte lösen kann.

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