Altlußheim

Gemeinderat Forstbezirksleiter Sebastian Eick informiert über Neuorganisation seiner Behörde

Kreis bleibt im Wald zuständig

Archivartikel

Altlußheim.Die Neuorganisation der Forstverwaltung hat nun auch die Gemeinde erreicht – Forstbezirksleiter Sebastian Eick war am Dienstag Gast in der Sitzung des Gemeinderates und stellte die im Zuge der Umstrukturierung auf den Gemeindewald zukommenden Änderungen vor. Fazit: Es bleibt alles wie bisher, nur die Gemeinde muss mehr Mittel dafür aufwenden.

Wie Bürgermeister Uwe Grempels eingangs betonte, war Auslöser der Änderung ein vom Bundeskartellamt angestoßenes Verfahren, das mittlerweile vom Bundesgerichtshof aufgehoben wurde. Ungeachtet dessen hat die Landesregierung im Zuge des Verfahrens beschlossen, den Staatswald in eine Anstalt des öffentlichen Rechts auszugliedern. Womit das Kreisforstamt nur noch für den Bereich des Gemeindewaldes zuständig ist.

Doch dessen Leistungen, so die Folgerungen aus dem kartellrechtlichen Verfahren, dürfen nur noch zu den Gestehungskosten in Anspruch genommen werden. Sprich, die Gemeinde muss für den forstlichen Revierdienst, den Holzverkauf und die Verkehrssicherungskontrollen die entstehenden Kosten vergüten. Womit sich der Aufwand, er lag in den vergangenen Jahren im Schnitt bei 1300 Euro, sich auf 4200 Euro erhöhen dürfte.

„Ohne Alternative“

Angesichts einer Fläche von 31 Hektar Gemeindewald schien nicht nur dem Bürgermeister die Alternative, den Wald in eigener Regie zu bewirtschaften wenig aussichts- und erfolgreich.

Axel Müller (Grüne) wollte vor den Stellungnahmen der Fraktionen von Eick wissen, ob Verkehrssicherungspflicht nur bedeute, nach Schäden zu schauen, oder ob diese auch behoben würden. Grundsätzlich, so Eick, gebe es im Wald keine Verkehrssicherungspflicht – „betreten auf eigene Gefahr“. Diese entstünde nur am Rande des Forstes, beispielsweise an angrenzenden Parkplätzen. Hier schaue das Forstamt nach dem Rechten, doch die Kosten trage der Waldbesitzer.

Müller signalisierte die Zustimmung der Grünen zu der „öffentlich-rechtlichen Vereinbarung“ mit dem Kreisforstamt, der sich auch Klaus Oettinger (FWV) anschloss – „es gibt keine Alternative“. Ines Schweickert (CDU) stimmte gleichfalls zu, merkte jedoch an, dass die Forstleute selbst über die Entwicklung nicht glücklich seien. Dieter Hoffstätter signalisierte für die SPD Zustimmung, sprach von der besten Alternative, die Arbeiten beim Erfahrungs- und Kompetenzzentrum Kreisforstamt zu belassen.

„Wir haben es uns nicht gewünscht“, kommentierte Eick die Entwicklung in der Forstverwaltung. Ihn selbst trifft sie nicht mehr, er geht Ende des Jahres in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Philipp Schweigler, der Leiter des Forstbezirks Kraichgau – künftig wird es statt drei nur noch zwei Forstbezirke geben. Im Revier selbst bleibt alles beim Alten, Robert Lang ist weiterhin dessen Leiter.

Den Bereich des Staatswaldes übernimmt Volker Böning, der seinen Dienstsitz in Waghäusel/Kirrlach haben wird.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional