Altlußheim

Bürgersaal Auftaktveranstaltung zur Aufstellung eines Klimaschutzkonzeptes / Gemeinde soll auf Einsparpotenziale abgeklopft werden / Rege Beteiligung

Mit konkreten Projekten das Ziel erreichen

Archivartikel

Altlußheim.Altlußheim ist auf dem Weg zu einem integrierten Klimaschutzkonzept. Bürgermeister Uwe Grempels begrüßte im Bürgersaal 13 Teilnehmer zu einer Informationsveranstaltung unter Corona-Hygienemaßnahmen. „Wir müssen dringend handeln“, meinte Grempels. Die Gemeinde habe sich für eine Bürgerbeteiligung entschieden, um den Klimaschutz vor Ort durch konkrete Projekte und nachhaltiges Handeln voranzubringen.

Dr. Jörg Scholtes von der Abteilung Nachhaltige Stadt der EnBW-Tochter Netze BW und Kommunalberater Ralf Strohecker erläuterten das Projekt, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird. Ein sogenannter Check-in führte an die Themenstellungen heran. Statt die einzelnen Positionen in Form von Klebepunkten auf Plakaten festzuhalten, durften die Teilnehmer dieses Mal auf elektronischem Weg per Knopfdruck abstimmen.

Wer kann den größten Beitrag zum Klimaschutz leisten? Wohl jeder selbst. Die größten Potenziale für erneuerbare Energien sehen die Altlußheimer bei Wind und Photovoltaik, die für eine Effizienzsteigerung bei der Verhaltensänderung und bei den Gebäuden. Scholtes fragte ab, was den Einwohnern der monetäre Klimaschutz wert sei – etwa bei Haushaltsgeräten, bei Dach- und Fassadensanierung sowie beim Fenster- und Heizungstausch. „Diese Rückmeldungen sind uns sehr wichtig“, sagte der Experte für kommunalen Klimaschutz. Daten gäben wichtige Hinweise über Art und Umfang des Energieverbrauchs.

Werte im Landesdurchschnitt

Die Veranstaltung blickte auf den Status quo. Wo befindet sich die Gemeinde beim Ausbau der erneuerbaren Energien? Genau 599 Kraftfahrzeuge je 1000 Einwohner waren Ende 2018 in der Gemeinde mit 6133 Einwohnern zugelassen. Exakt wie der Durchschnitt für Baden-Württemberg. Die Treibhausgasbilanz lag bei 7,3 Tonnen je Einwohner. Auch das ist im Schnitt des Landes. Beim Photovoltaik-Ausbau sind immerhin 75 Prozent der Dachflächen in Altlußheim erschlossen. Die weiteren Zahlen erläuterten Strom- und Gasverbrauch sowie Wohnungsgröße und Gebäudealter.

Anschließend ging es um den persönlichen CO2-Fußabdruck. Die höchsten Emissionen gibt es – in der Reihenfolge – bei Konsum, Mobilität, Wärme und Strom. In Deutschland sollen die Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 bis 2020 reduziert werden. Die Wege dahin: Bestehende Hemmnisse abbauen, Informationsdefizite aufarbeiten, Marktdurchdringung hocheffizienter Technologien unterstützen und verbessern sowie Modellprojekte öffentlich verbreiten, lauteten hierzu die Ratschläge.

Tipps für Energieeffizienz in privaten Haushalten gibt es genügend. Oft sind es Kleinigkeiten mit großer Wirkung, wie etwa Duschen statt Baden, LED statt Glühlampen, Regenwasser zum Gießen oder mit dem Rad zur Arbeit. Der Maßnahmenkatalog soll gemeinsam mit den Einwohnern aufgestellt werden, die Bürgerschaft soll bei der Entwicklung des lokalen Klimaschutzprojekts immer mit eingebunden werden.

Vorschläge eingebracht

Die abschließende Runde brachte gleich zahlreiche Ideen und Vorschläge auf die Stellwände. Dazu gab es drei vorgegebene Leitfragen. Was kann jeder einzelne zur CO2-Reduktion beitragen? Welche Maßnahmen sind heute schon wichtig? Wo sehen Sie Schwerpunkte für die Maßnahmenableitung? Die Antworten der Teilnehmer kamen reichlich: Weniger das Auto nutzen und innerorts mehr mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledigen, Plastik vermeiden und regional einkaufen. Beratung für Solarthermie und Photovoltaik, Windkraftanlage durch Bürgergenossenschaft und Förderung der E-Mobilität, mehr Radwege und bessere Nahversorgung. Mehr Pflanzen für die Artenvielfalt und bessere ÖPNV-Anbindung. Der Bürgerbeteiligungsprozess bilde den Grundstein für das zu erstellende Klimaschutzkonzept, bat Scholtes auch weiterhin um Anregungen, Ideen und Vorschläge.

Nach der Auftaktveranstaltung geht es am Mittwoch, 30. September, weiter mit einer Informationsveranstaltung und der Diskussion von zwei inhaltlichen Themen. Bei einem Workshop am Mittwoch, 4. November, stehen die Maßnahmenvorschläge auf der Tagesordnung. Das integrierte Klimaschutzkonzept für Altlußheim soll im Februar 2021 vorgestellt werden.

Das Protokoll der Auftaktveranstaltung wird auf der Homepage der Gemeinde eingestellt.

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