Altlußheim

Im Interview: Vorsitzender Serkan Yildirim über die Auswirkungen der Pandemie-Einschränkungen auf den Turnverein Altlußheim / Weniger Austritte als in Vorjahren

Mitglieder bleiben dem TV Altlußheim trotz Corona treu

Archivartikel

Altlußheim.Corona lähmt erneut die Sportler. Dies trifft in erster Linie die Amateurvereine, die mit viel Mühe ihren Sport- und Übungsbetrieb umgestellt haben und die nun erneut vor der Frage stehen, wie es weitergehen soll. Wir haben uns mit dem Vorsitzenden des Turnvereins, Serkan Yildirim (kleines Bild), über die Auswirkungen der Pandemie, die aktuelle Situation seines Vereins und die Perspektiven für die nächsten Wochen und Monate unterhalten.

Wie weit hatte sich beim TVA der Sportbetrieb normalisiert, bis es zum erneuten Stopp kam?

Serkan Yildirim: Wir waren in der Lage, einen relativ normalen Sportbetrieb für unsere Breitensportgruppen anzubieten. Bei uns kam noch hinzu, dass die Rheinfrankenhalle umgebaut wurde und für den Sportbetrieb bis Mitte September geschlossen war. So mussten wir nach dem ersten Lockdown nicht nur die Hygieneverordnung beachten, sondern auch noch den Ausfall der Halle kompensieren.

Mussten Sie Abläufe anders organisieren, Gruppen verkleinern oder auf bestimmte Angebote ganz verzichten?

Yildirim: Der Trainingsablauf wurde neu strukturiert, wir mussten das Hygienekonzept der Gemeinde und die jeweilige gültige Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg beachten und ins Training integrieren. Gruppenverkleinerungen fanden meines Wissens nicht statt.

Wie waren die Rückmeldungen aus den Abteilungen, waren die Mitglieder zufrieden oder litten sie stark unter den Kompromissen, die Sie machen mussten?

Yildirim: Natürlich wurde sich hier und da über die Verordnungen beschwert, aber wir haben es sportlich gesehen und versucht, das Beste für unsere Mitglieder zu bieten. Die Zahl der Kündigungen zum Jahresende ist stabil und weicht nicht nach oben ab, dies spricht für uns und unsere Mitglieder. Wir sind mit 515 sogar einige TVAler mehr als Anfang 2020.

Gab es Ansteckungen unter Sportlern, die Ihnen bekanntwurden?

Yildirim: Direkte Ansteckungen im Sport gab es nicht beim Turnverein. Wir hatten aber den einen oder anderen Fall, dass jemand in häusliche Quarantäne musste, weil er Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte.

Hat der Verein durch die Zwangspause Mitglieder oder Trainer verloren?

Yildirim: Kündigungen gibt es immer zum Jahresende, ob diese aber aufgrund der Zwangspause waren, kann ich nicht sagen. Aber die Anzahl der Kündigungen ist im Schnitt der vergangenen Jahre. Ich kann mit Stolz sagen, dass ich sehr engagierte Trainer habe, die direkt nach dem Lockdown im Juni ins Training eingestiegen sind und sich an die Vorgaben gehalten haben.

Wie haben sich die Corona-Verordnungen auf Ihre Vereinsfinanzen ausgewirkt?

Yildirim: Bis jetzt stehen wir relativ gut da. Die Einnahmen aus Veranstaltungen sind natürlich zurückgegangen, aber auch die Ausgaben haben sich verringert.

Sind sie auf Einnahmen aus Veranstaltungen angewiesen, die dieses Jahr nicht oder nur eingeschränkt stattfinden konnten?

Yildirim: Wir hatten großes Glück, dass unser Kinderfasching der Turnabteilung im Februar 2020 noch stattfinden durfte. Der wirft immer einen guten Gewinn ab. Die zweite größere Veranstaltung, der Blausee-Triathlon im Juli, musste abgesagt werden. Diese Einnahmen fehlen uns. Wenn nicht demnächst Besserung eintrifft, wird dieses Jahr finanziell schwieriger zu stemmen sein als das vergangene.

Planen Sie bereits „Notangebote“, sollte der Lockdown so bald nicht zu Ende sein?

Yildirim: Die Turner und die Tischtennis-Abteilung haben bereits im November bis zum „Lockdown light“ Mitte Dezember in Absprache mit der Gemeinde Altlußheim Einzeltraining abhalten dürfen. Dies ist natürlich eine Option, wenn wieder etwas gelockert werden sollte. Des Weiteren gab oder gibt es noch Online-Training und „Trainings-Challenges“. Das sind wöchentliche Aufgaben, die die Kinder zuhause in ihrer Freizeit absolvieren können.

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