Altlußheim

Markus-Schule Der zweite Abiturjahrgang erhält bei einem Festakt seine Zeugnisse / Tristan Möller ausgezeichnet

Neues beginnen, Altes verlassen

ALTLUSSHEIM.Power in vielfältiger Weise bringen die Absolventen des Beruflichen Gymnasiums an der Markus-Schule mit: Ihre eigene mit dem Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife in den Händen und die, die sie mit dem Abschiedsgeschenk ihrer Schule – einer Powerbank – immer wieder aufladen können.

Sinnbildlich steht die Powerbank für den eigenen „Akku“, für die individuelle Kraft und Energie das Leben zu meistern, was im Leben durch den Glauben und Menschen, die einen unterstützen, durch Gemeinschaft real wird, wie Gymnasialdirektorin Carmen Ueltzhöffer in ihrer Ansprache betonte. Sie sprach auch über das Warten und Arbeiten auf den Erfolg hin, jetzt den Schulabschluss in Händen zu halten und davon, dass das eine Menge Energie brauche. Ein neuer Lebensabschnitt beginne, betonte Ueltzhöffer, für den sie und die Schulgemeinschaft nur das Beste wünschten.

Festlich gekleidete Abgänger, Eltern und Lehrer feierten gemeinsam die Zeugnisübergabe an Michelle Arnold, Alina Eichhorn, Vanessa Maja Kirsch, Christina Kobylanskyj, Eva Marker, Tristan Möller, Leoni Nieder, Selina Schuster und Nils Werner, den zweiten Jahrgang, der am 2014 eingerichteten Gymnasium die Schullaufbahn abschloss.

„Freude über die kleinen Dinge“

Gratulationen brachte Bürgermeister Uwe Grempels mit, der die erste Schulverabschiedungsfeier seiner Amtszeit besuchte. „Sie werden ab jetzt auf eigenen Füßen stehen, ihre eigenen Entscheidungen treffen“, sagte er, „freuen sie sich über das Erreichte.“ Für die Zukunft formulierte er die persönlichen und die Wünsche der Gemeinde: „Gute Freunde, Halt in der Familie, Menschen, die Potenziale erkennen und die Freude über die kleinen Dinge des Lebens.“ Mit auf den Weg gab er die Worte des Theologen und Philosophen Sören Kierkegaard: „Verstehen kann man das Leben rückwärts; leben muss man es aber vorwärts.“

Schulabgänger geben ihrem Schulende, der Schulzeit ein Motto, das haben die Markus-Schüler auch getan und „Abiguitätstoleranz“ gewählt. Ein Wort, das Geschäftsführer Friedemann Laub herausforderte, weil er es nicht kannte, genauso wenig war ihm der entlehnte Ursprungsbegriff „Ambiguitätstoleranz“ ein Begriff. Die Fähigkeit, mehrdeutige Situationen und widersprüchliche Handlungsweisen zu ertragen, sagt das Basiswort aus, das die jungen Menschen auf ihre Schulzeit übertragen haben. Toleranz ohne Maß sei ebenso wenig sinnvoll wie eine Maßgabe ohne Toleranz, stellte Laub fest.

„Endlich ist es soweit“, Klassenlehrerin Kamelia Schneider resümierte sehr gute Prüfungsergebnisse und die Tatsache, dass allen Schülern mit Prüfungsende die sprichwörtlichen Steine vom Herzen gefallen seien, wie auch ihr selbst. „Neues beginnen heißt Altes verlassen, aber auch genau ansehen“, unterstrich sie. Sich selbst sah sie für einige als „Reiseführerin im Land der Mathematik“, was zu Lachsalven führte.

Zusammen mit Carmen Ueltzhöffer und Hagen Ritter überreichte Schneider nach einem Bilderrückblick auf die vergangenen drei Schuljahre die Zeugnisse und die Powerbank mit persönlichen Worten. Tristan Möller wurde gleich zweimal für besondere Leistungen ausgezeichnet: Aus den Händen von Bürgermeister Uwe Grempels bekam er den Sozialpreis der Gemeinde, weil er „hilfsbereit, ehrlich, dankbar und kommunikativ“ sei.

Den besten Notenschnitt mit 2,2 hat Tristan Möller ebenfalls erreicht, was Hagen Ritter mit dem Markus-Schulpreis honorierte, den der Förderkreis der Freien Christlichen Schule stiftete.

Eigene Geschichte schreiben

Den offiziellen Teil der Feier begleiteten Tanja Feth an der Querflöte und Stephen Shareski an der Geige mit getragenen Melodien. An einen Musiktitel hatte sich auch Klassensprecherin Maja Kirsch für ihre Verabschiedung angelehnt und spielte vom Handy „Unwritten“ (Ungeschrieben) von Natasha Bedingfield vor. Dessen Liedtext: „Ich bin ungeschrieben, kann meine Gedanken nicht lesen, ich bin undefiniert, ich fange gerade erst an . . . Heute ist, wo dein Buch beginnt“, spiegele die Situation des Schulendes und des Starts ins Leben, dessen Vielfalt man nur selbst erspüren, erfahren könne: „Wir fangen an unsere eigene (Lebens-)Geschichte zu schreiben“, stellte sie fest.

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