Altlußheim

100. Geburtstag Margareta Hiller führt ihr stolzes Alter auf ein harmonisches Familienleben zurück

Rätsel lösen hält sie geistig rege

Altlußheim.Eins hat Margareta Hiller mit dem englischen Staatsmann Winston Churchill gemeinsam: Sie ist sicher, dass es nicht der Sport war, der ihr ein langes Leben bescherte. "Für Sport hatte ich gar keine Zeit", blickt sie zurück. Ihre Erklärung dafür, dass sie heute ihren 100. Geburtstag bei guter Gesundheit feiern darf: "Meine Tochter Liane und mein Schwiegersohn Günther haben mir ein schönes, sorgenfreies und harmonisches Leben geschenkt."

Begonnen hat dieses Leben in Mannheim-Rheinau, wo Margareta Hiller als ältestes von drei Kinder zur Welt kam. Nach der Schule absolvierte sie 1935 bis 1938 eine Ausbildung zur Schneiderin und machte nach fünf Jahren ihren Meister. 1944 eröffnete sie ihr eigenes Geschäft in Rheinau, stellte drei Arbeiterinnen und zwei Lehrmädchen ein. Nachdem Tochter Liane geboren war, gab sie die Schneiderei 1953 auf und konzentrierte sich auf die Familie.

Urlaube von Österreich bis Afrika

Geheiratet hatte sie ihren Mann Kurt im Jahr 1948, die Familie zog 1961 in die Schwetzinger Vorstadt. Die Hillers liebten das Reisen, waren gerne in Österreich am Wörthersee, später ging's unter anderem dreimal nach Afrika, und ihren 85. Geburtstag hat die unternehmungslustige Jubilarin in der Türkei gefeiert. Sehr genossen hat sie auch die Freizeit mit ihrem Mann auf dem Campingplatz an der Blauen Adria in Altrip.

Nach dem Berufsleben - Kurt Hiller war als Hoch- und Tiefbauingenieur tätig gewesen - beschloss das Ehepaar, nach Altlußheim zu ziehen, wo Tochter Liane seit langem wohnt. Als ihr Mann 1994 mit 69 Jahren starb, entschied sich Margareta Hiller trotzdem zum Umzug in die Gemeinde am Rheinbogen - und hat es zu keinem Zeitpunkt bereut: "Ich ginge nie mehr zurück nach Mannheim." Dass in der Gemeinde jeder jeden grüßte, überraschte sie positiv.

In ihrer Wohnung in der Hauptstraße 112 wohnt sie nach wie vor und fühlt sich dort sehr wohl. Täglich sieht ihre Tochter mehrfach nach ihr, und regelmäßig ist sie in deren Haus zu Gast - "aber nur, wenn ich eingeladen bin", fügt sie schmunzelnd hinzu.

Das Zeitgeschehen verfolgt die Hundertjährige noch genau, sie interessiert sich für Politik und wählt natürlich am 24. September - per Briefwahl, denn der Rücken macht das Gehen beschwerlich. Neben der Zeitungslektüre halten sie vor allem Rätsel geistig rege: "Der Kopf muss was zu tun haben", ist sie überzeugt. Vor Mitternacht gehe sie nie ins Bett: "Ich bin früher auch bei der Arbeit nie müde geworden."

Zum besonderen Geburtstag ist - wie jedes Jahr zu diesem Anlass - ihr Bruder aus Bremen angereist, der mit 86 Jahren ebenso rüstig ist wie Margareta Hiller. Zum Essen geht's in den "Hirsch", später wird mit 14 Gästen, darunter Bürgermeister Hartmut Beck, bei Tochter und Schwiegersohn im einladenden geräumigen Wintergarten gefeiert.

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