Altlußheim

Gemeinderat Christoph Beil verabschiedet sich mit einem Bekenntnis zu Kommunalpolitik und Gemeinderat / Richard Schmitt (SPD) als Nachrücker verpflichtet

„Respektvoll streiten – Mensch bleiben“

Altlußheim.Zu einem Moment des Innehaltens geriet die Verabschiedung von Gemeinderat Christoph Beil, der sich nach 15 Jahren am Ratstisch mehr seiner jungen Familie widmen will. Was nicht zuletzt an dem Sozialdemokraten selbst lag, der mit Vehemenz eine Lanze für die Kommunalpolitik brach.

Bürgermeister Uwe Grempels erinnerte an das Jahr 2004, als Beil mit 21 Jahren als einer der damals jüngsten Gemeinderäte im Land erstmals in den Rat einzog. In zwei Wahlen, 2009 und 2014 wurde er im Amt bestätigt, zuletzt mit der höchsten Stimmenzahl aller Kandidaten. Eine Wertschätzung, die sich der in der Zwischenzeit zum Fraktionsvorsitzenden der SPD gefreite Kommunalpolitiker mit seiner „ruhigen und sachlichen“ Art verdient habe.

Dieter Hoffstätter (SPD) stellte in seiner Laudatio fest, dass schon früh das große Talent von Beil erkannt worden sei, das seinen Widerhall im Vertrauen der Wähler gefunden habe. Doch dieses wollte „erarbeitet werden“, wobei die Ratssitzungen nur die Spitze des Eisbergs seien, hinter der sich viele Stunden in Arbeitskreises oder Ausschüssen verbergen.

Auf seine Frage nach der Motivation habe er von Beil die Antwort erhalten, etwas zurückgeben zu wollen. Dank sagen zu wollen für eine glückliche Kindheit am Blausee, im Sportverein und anderen Organisationen, die vom Ehrenamt getragen werden. Was ihn zum Kommunalpolitiker mit „Herz und Seele“ gemacht habe, der obendrein ein kluger und kreativer Kopf sei.

Familie ist der beste Anlass

Klaus Oettinger (FWV) bezeichnete den Wechsel des Lebensmittelpunkts als den schönsten Grund, aus dem Amt zu scheiden, und dankte Beil für die stets konstruktive und tolle Zusammenarbeit. Dem schloss sich Kay Schweikert (CDU) an, der es als definitiv wichtiger erachtet, Zeit mit seinen Kindern zu verbringen als im Gemeinderat. Zwar sei er nicht immer einer Meinung mit Beil gewesen, doch habe man stets einen Kompromiss gefunden, wozu auch die „tolle fachliche Qualifikation“ von Beil ihren Teil beigetragen habe.

Claudia Kohpeiß (Grüne) lobt nicht nur Beils fundiertes Wissen, sondern auch die Fröhlichkeit, die er ausstrahle. Das konstruktive Miteinander, die gegenseitige Akzeptanz hätten Freude gemacht. Axel Müller (fraktionslos) sah sich durch den Wegzug Beils doppelt getroffen, verliere er nicht nur einen Ratskollegen, sondern auch einen Nachbarn.

„Das Lob hat gutgetan“, hielt Beil fest und fügte hinzu, dass alle am Ratstisch dies öfter hören sollten. Er sei gerne Kommunalpolitiker – „Außenpolitik ist wichtig, doch wir sind nahe am Menschen“, schätzte er die Politik vor Ort höher ein. „Wir alle opfern unsere Freizeit für die Freizeit anderer, machen uns Probleme anderer Leute zu eigen“, stellte er fest und bescheinigte seinen Kollegen, gleichfalls das Wohl der Gemeinde im Blick zu haben. Weshalb die Maxime lauten müsse „respektvoll in der Sache streiten und sich menschlich verhalten“. Dem Rat wünschte er, dass dieses Miteinander, das es nicht in jedem Ort gebe, so bleibe.

Ausschüsse neu besetzt

Im Anschluss an die Verabschiedung von Beil wurde Richard Schmitt als dessen Nachfolger durch Bürgermeister Grempels verpflichtet. Mit der Neuverpflichtung einherging eine Reihe von Veränderungen in den Ausschüssen, die vom Rat allesamt einhellig getroffen wurden. Als zweiter Bürgermeisterstellvertreter wurde Dieter Hoffstätter in der Nachfolge von Beil gewählt.

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