Altlußheim

Geburtstagsfete Kerweborscht lassen es bei tropischen Temperaturen richtig krachen / Seit 20 Jahren sorgt die Gruppe für gute Laune bei zahlreichen Auftritten

Sie machen im Lied vor niemandem Halt

Altlussheim.Sie sind „Altlußheims ganzer Stolz“, die Kerweborscht um Bandleader Erwin Hess. Vor 20 Jahren fing alles an und die Truppe, die sich mittlerweile seit Jahren zusammengefunden hat, lud zur großen Geburtstagsfete ins Emil-Frommel-Haus ein.

Binnen kürzester Zeit waren die Karten ausverkauft und auch die mehr als hochsommerlichen Temperaturen hielten die Fans nicht davon ab, bei dieser Feier dabei zu sein. Erwin Hess übernahm die Begrüßung, bei der er besonders Heinz Zahn, Toni Wagner, Hans Schmidt und Günter Krebs als Ehrenkerweborscht begrüßte.

Hess erzählte, für seine Verhältnisse sehr kurz, von den Anfängen der Borscht und dass es schon immer darum ging, eine Tradition, die der Kerwe, aufrechtzuerhalten. Er umriss die zahlreichen Auftritte, öffentlich und privat, bei denen sie immer viel Frohsinn verbreiten konnten und können. „Das Schönste für uns ist natürlich die jährliche Eröffnung der Kerwe auf dem Messplatz“, fasste Hess zusammen.

Erster Vorgeschmack

Dieses Spektakel wird seit 2005 vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr begleitet und die Musiker übernahmen auch gleich die Eröffnung des Abends unter der Leitung von Ehrentambourmajor Werner Wittke. Mit „Wochenend’ und Sonnenschein“, „Down by the Riverside“ und einigen Titeln von Ernst Mosch gab es einen ersten Vorgeschmack auf die Musikalität des Abends.

Die Kerweborscht waren derweil unter Applaus der Gäste auf die Bühne gekommen und es wurde traditionell das „Badnerlied“ intoniert, wobei sich alle im Saal erhoben und kräftig mitsangen. Die Kerweborscht stellten sich mit einem Lied vor, danach folgte ein Hit auf den anderen. „Wann wird das Leben wieder billig?“ und „Eine neue Leber ist wie ein neues Leben“ brachten das Publikum zum Schmunzeln.

Zwischen den Liedern, bekannte Melodien mit Texten ganz nach Kerweborschteart, gab es lockeres Geplauder, bei dem auch einzelne Besucher aus dem Publikum mit einbezogen wurden. „Erwin fang emol oa!“ war dann meist der Startschuss für den nächsten Hit.

Lachtränen trieb das Lied „Der Junge mit der Mundharmonika“, der bei minus 15 Grad mit der Zungenspitze an seinem Instrument anfror, den Besuchern in die Augen. Besonderen Applaus gab es für das Harmonika-Solo von Udo Uhrig. Für großartige Lichtstimmung und den richtigen Ton am Abend sorgte Dieter Rüttinger, der den inzwischen saunaartigen Gemeindesaal in „kuscheliges“ Licht tauchte.

Lust auf Party

Die Stimmung war großartig von Anfang an, die Gäste hatten richtig Lust auf Party und das hielt über vier Stunden Programm an. Als Gäste waren gerne die „Brettlhupfer“ der Einladung gefolgt. Jürgen Kraft und Nadine Fuchs gaben den Sketch „Szenen einer Ehe nach 25 Jahren“ zum Besten und ernteten viel Beifall. Auch die Irish-Folk-Band mit Altlußheimer Wurzeln, „Out of the Green“, war zu Gast und begeisterte mit stimmigen Songs wie „Golden Jubilee“, White Rover“, „Bony Banks“ und natürlich mit „Whisky in the Jar“.

Die Zuhörer forderten lautstark nach Zugaben und trotz der ungefähr 45 Grad auf der Bühne gab die Band alles. Zwischen den Programmblöcken gab es kurze Pausen, währenddessen alle dankbar nach draußen strömten, um etwas Luft zu schnappen. Das Team hinter den Kulissen sorgte für reichlich Essen und Getränke, wobei gegen 22 Uhr der Wasservorrat erschöpft war und nachgeordert werden musste.

Den restlichen Abend bestritten die Kerweborscht und nachdem das „ordentliche Gewand“ mehrmals durch war, wechselten sie auf Shirts und Jeans. Später kam noch das offizielle Sommeroutfit dran, schwarze Bermudas und weiße Polohemden, dazu Flip-Flops. So war das schon etwas erträglicher. Das Repertoire war lang, viele neue Lieder waren zu hören und auch der eine oder andere von den alten Songs.

Die Kerweborscht sangen auf vielfachen Wunsch das „Neulußheimer Kreisellied“ und davon, dass Rathausuhren anders gehen. Die schlagen nämlich nur dreiviertel Stunden. Auch die neue und offenbar sehr helle Bahnhofsbeleuchtung in Neulußheim gab Anlass für ein Lied und der Bürgermeister der Nachbargemeinde fand sich als Thema in einem Hit.

Lieber nicht ärgern

„Man sollte die Kerweborscht nicht ärgern, denn wir machen dann ein Lied drüber, da kennen wir keine Gnade, auch nicht bei Gunter Hoffmann“, erklärte Reinhold Baumann den Text. Sie sangen vom Blausee, von Leberwurst und Bier, der Kurklinik-Tango erklang und das Landfrauenfest war Thema.

Das Publikum war bis zum Ende voll dabei, die Stimmung war ausgelassen und fröhlich und der Schlussapplaus gab Anlass, genauso weiter zu machen. Altlußheim liebt seine Kerwe und die Kerweborscht noch mehr. Einen 20. Geburtstag hätte man nicht besser feiern können.

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