Altlußheim

Museum „Autovision“ Englischer Triumph verzückt am „Museumstag“ mit besonderem Platz für „Schwiegermütter“ / Automobile Raritäten auch zum Mitfahren

Sportwagen mit Sitzen im Kofferraum

Archivartikel

Altlußheim.Zumeist stattlich und immer individuell – so sahen die Automobile aus, die heute als Oldtimer „adelt“ und entsprechend bewundert werden. „Stimmt, so war es“, unterstrich Horst Schultz von der „Autovision“ dieses Bild und freute sich, dass viele Besucher von beiden Seiten des Rheins am gestrigen Museumstag vorbeischauten, um die Raritäten auf Rädern zu bestaunen.

Der automobile Museumstag in Altlußheim ist nicht nur ein Treffpunkt für Alt und Jung. Es bringt Automobilspezialisten und Oldtimer-Bewunderer zusammen sowie Besucher, die von der Ästethik der historischen Fahrzeuge beeindruckt sind, und von Kennern, die über Baujahr, PS-Zahl, Hubraum und Leistungsfähigkeit ins Schwärmen geraten oder zumindest ins Diskutieren kommen.

Fahren und Mitfahren – das waren schon früher Zauberworte, gerade für das Mitfahren gab es einst Ideen, die heute nicht mehr in dieser Form verwirklicht werden, wie ein Ladenburger Oldtimerfreund beweisen konnte, der einen englischen Triumph aus dem Jahr 1949 mit einem „Schwiegermuttersitz“ mitgebracht hatte. Also: Eigentlich ist das ein schmucker Sportwagen mit zwei Sitzen, auf denen schon auch drei Passagiere Platz hatten. Öffnet man jedoch den Kofferraumdeckel und kippt das dortige Interieur um, erhält man zwei weitere Sitze für Mitfahrer, die sogar (etwas) Platz für die Beine lassen. „Es mussten ja nicht unbedingt die Schwiegermütter auf diesen Sitzen mitfahren“, erzählte das Autobesitzerehepaar augenzwinkernd den staunenden Betrachtern.

Von „Isabella“ von Käfer alles da

Der 1957 in Speyer gebaute Heinkel-Kabinenroller mit 9,2 PS, das BMW-Cabrio 324 von 1937 mit 50 PS, der stattliche Kapitän von Opel, die früher beliebte „Isabella“ von Borgward oder auch der zarthimmelblaue VW-Käfer, der ungewollt automobile (und sonstige) Frühlingsgefühle wachwerden ließ, all das und viel mehr verzückte die Museumstagsbesucher. „Einmal mit so etwas fahren“, seufzte da mancher ganz leise. „Geht doch“, lud Werner Klevenz, ein Waghäuseler Oldtimer-Fan, zu Fahrten in seinem knapp sechs Meter langen feuerroten Cadillac Eldorado ein. „Es muss nicht immer nur zur Hochzeit sein“, argumentierte er und erzählte von verschiedenen Fahrten mit dem Oldtimer, bei denen er die Mitfahrenden begeistern konnte. Zwei ältere Fahrgäste, die am Tag ihrer Goldenen Hochzeit mit Chauffeur und Cadillac bedacht worden waren, sind Klevenz noch bestens im Gedächtnis geblieben.

Museumstag bei der „Autovision“ – das bedeutete natürlich auch ein großes Fest der Begegnung und Gespräche weit über automobile Gedanken hinaus. Der halbierte Eintrittspreis in das Museumshaus lockte zusätzlich viele Gäste an, und für die optimale Bewirtung sorgt seit Jahren das AH-Teams des Sportvereins. Die Frauen der AH-Akteure bewiesen ihr Back-Können und servierten Kaffee. Für passende Musik sorgte die Party-Gang.

Info: Weitere Fotos gibt es unter www.schwetzinger-zeitung.de

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