Altlußheim

Friseurmuseum Kindergarten St. Raphael zu Besuch

Staunen über Trockenhaube

Archivartikel

Altlußheim.Die Schulanfänger des Kindergartens St. Raphael besuchten das „Schnuteputzer’s Friseurmuseum“ im Bürgerhaus, wo sie von Willi Dörr im Foyer empfangen wurden. Der Friseurmeister hieß die Besucher in den liebevoll gestalteten Räumen, in denen er seltene und wertvolle Sammlerstücke des Friseurhandwerks der letzten 150 Jahre aus ganz Europa zusammengetragen hat, willkommen.

Gestartet wurde der Rundgang mit den verschiedenen Haarbildern, die teilweise sehr filigran gearbeitet sind. Weiter ging es zu den Rasiermessern und Rasierklingen der 30er Jahre. Anhand von Rasierklingenschleifgeräten zeigte er den Anwesenden deren Gebrauch. Interessant war ein Gerät der Firma Sputnik, das ohne Strom betrieben werden konnte. Einige Freiwillige meldeten sich als „Modell“ für die Handhaarschneidemaschine und hatten ihren Spaß dabei.

Auch ein Mädchen mit langem Haar zögerte nicht lange, als Dörr Freiwillige suchte, um anhand eines von 80 Onduliereisen „Schillerlocken“ transparent zu machen. Danach zeigte er mehrere Schubladen, in denen Messer und Hüllen aufbewahrt wurden. Leuchtende Augen gab es bei der Erklärung eines Apparates, den die Kinder nicht zu deuten wussten. Gespannt hörten sie zu und staunten nicht schlecht, als sie hörten, was es sei: Eine Haarwaschmaschine, die aussah wie eine Art Staubsauger mit einem Schlauch, durch den das warme Wasser transportiert wird. Auch ein Rückwärtswaschplatz aus dem Jahre 1870 konnte bestaunt werden. Unter den Trockenhauben der 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts durften sich manche Kinder setzen und anhand eines Haarföns erlebten sie deren Gebrauch.

Dörr erklärte allen einen Dauerwellenapparat für heiße Dauerwellen, deren „Wickel mit Stromanschluss“, im Jahr 1930 topaktuell war, für die heutige Zeit jedoch eher einem Monstrum glich.

Bier kräftigt das Haar

Dass Bier nicht nur ein Getränk für Erwachsene ist, sondern früher als Haarfestiger benutzt wurde war für die Kinder ebenfalls neu. Kernseife kannten einige Kinder, denn die wird noch heute in vielen Haushalten benutzt.

Nun kam das Highlight der Vorführung: „Postichköpfe fürs Preisfrisieren“, das hat alle stark fasziniert, zumal sie dabei erfuhren, dass mit diesen Köpfen Meisterschaften gewonnen worden sind und dass es sogar einen Weltmeistertitel gab.

Dörr verstand es, die Fragen der Schulanfänger rund um das Friseurhandwerk im Wandel der Zeit kindgerecht zu beantworten. Zum Schluss betrachteten die Vorschulkinder noch den Schmuck aus Haaren und ließen ihre Augen nochmals über den Eingangsbereich schweifen, bevor sie sich im Gästebuch stolz verewigen durften. cjc

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