Altlußheim

Emil-Frommel-Haus Laienschauspielgruppe „Iwwerzwerche“ feiert mit ihrem Stück „Amore mio – oder kann denn Liebe Sünde sein“ eine gelungene Premiere

Von der Liebe und anderen Wirrungen

Archivartikel

Altlußheim.Am Wochenende hatte das neue Stück der „Iwwerzwerche“ im Emil-Frommel-Haus Premiere. „Amore Mio – oder kann den Liebe Sünde sein?“ heißt der Dreiakter von Ute Tretter-Schlicker. Wer die „Iwwerzwerche“ kennt, weiß um deren schauspielerische Begabung. Auch Neuzugang Stephanie Krebs passt wunderbar ins Ensemble. Mit diesem Stück hat die Theatergruppe voll ins Schwarze getroffen, denn es waren drei Akte voller Humor, bester Unterhaltung und gekonnter Schauspielerei. Pfiffige Dialoge, gut gesetzte Akzente und sowohl Bühnenbild als auch Kostüme stimmig – so muss eine Theateraufführung sein.

Die Handlung hatte zwei Schwerpunkte, zum einen die anstehende Hochzeit von Kneipenwirt Gunther (Steffen Gollinger) mit Rosa (Stephanie Krebs), zum anderen den „Club der enthaltsamen Jungfrauen“.

Die Hochzeitspläne wurden von Gunthers Schwester Traudl (Martina Hahn) nicht gerne gesehen und sie schoss dazwischen, so gut es nur ging. Traudl selbst hatte sich zum Lebensziel gesetzt, Pfarrhaushälterin beim neuen Pfarrer zu werden. Das wollte aber auch Freundin Maria, die zusammen mit Traudel den „Club der enthaltsamen Jungfrauen“ bildete.

Im Sündenbüchlein verewigt

Maria (Marion Seiler) führte ein Sündenbüchlein, wo sich jeder aus dem Dorf wohl wiederfand. Marion Seiler verlieh der Rolle der Maria eine Einzigartigkeit, die vom Kostüm bis hin zur Mimik und Gestik einfach nur großartig war. Nicht minder füllte Martina Hahn die Rolle der „Traudl“ aus, was bei den Zuschauern zu beträchtlichen Lachsalven führte. Dann gab es da noch den Bruder von Braut Rosa, Joe. Der Frauenkenner und „Schneckenchecker“ kam mit reichlich Goldschmuck behangen und coolen Sprüchen daher. Lukas Birk mimte den Obermacho und nicht selten führten seine Sprüche zu heftigen Reaktionen der Damen im Publikum. Er haute aber auch unglaubliche Sprüche raus.

Davon gedachte „Franzl“ zu profitieren. Er wurde von Werner Schattke mehr als glaubhaft dargestellt. Verliebt in Traudl, der aber die Jungfräulichkeit so wichtig war, erfand er eine Scheinwelt um sich herum, was er alles im Italienurlaub erlebt habe. Sein „italienisch“ war ganz köstlich und brachte Traudl letztlich doch zum Schwärmen. Die Liebesbriefe, die er aus Italien von seiner Urlaubsbekanntschaft erhielt, gefielen ihr eher weniger.

Ungereimtheiten

Als sich Joe an Maria heranmacht und die ihrerseits die jungfräulichen Tugenden schnell vergaß, wurde es richtig rasant auf der Bühne. Warum Maria am nächsten Tag einen Filmriss hatte und auch noch das Sündenbüchlein verschwunden war, das blieb lange im Verborgenen. Traudl hingegen war immer noch damit beschäftigt, Gunther und Rosa auseinanderzubringen. Irgendwas stimmte nicht mit Rosa und ihrem Bruder Joe. Der gab weiterhin Franzl Unterricht im „Frauen checken“, was Gunther seinerseits nur mit Kopfschütteln quittieren konnte. Steffen Gollinger hatte eine eher brave Rolle, als er aber von Rosa das Problem mit ihr und Joe gebeichtet bekam, war er am Ende. Rosa musste die Koffer packen und das Publikum tröstete den verzweifelten Bräutigam. Die Zuschauer interagierten eifrig mit den Schauspielern und gelegentlich mussten die sich das Lachen verkneifen.

Das Stück gipfelte darin, dass der neue Pfarrer Ehrmann (gespielt von Klaus Pelzl) die Kneipe aufsuchte, um sich seine beiden Bewerberinnen um die Pfarrhaushaltsstelle persönlich anzuschauen. Ganz blöd, dass Maria und Traudl ihn mit dem bestellten Stripper für die Junggesellinnen-Party von Rosa verwechselten und dem armen Pfarrer kräftig einheizten. Er fiel von einem Entsetzen ins andere und am Ende sah es eher schlecht aus für die beiden eifrigen Jungfrauen.

Weitere Aufführungen folgen

Ob nun Rosa und Gunther doch noch ein HappyEnd erleben und der Pfarrer eine Haushälterin findet, soll nicht verraten werden, denn die „Iwwerzwerche“ spielen noch einige Male, am kommenden Wochenende in Altlußheim und vor Weihnachten in Hockenheim. Wer Karten hat, kann sich auf einen unglaublich lustigen und unterhaltsamen Abend mit großartigen Schauspielern, die ihre Rollen quasi auf der Bühne „gelebt“ haben, freuen.

Info: Weitere Bilder unter www.schwetzinger-zeitung.de

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