Altlußheim

Im Porträt Ursula Kirschner sitzt für die Freien Wähler am Ratstisch / Ihren Posten als Vorsitzende will sie daher zum Ende des Jahres abgeben

„Wohnraum soll für alle bezahlbar sein“

Archivartikel

Altlussheim.Ursula Kirschner ist zwar neu in den Gemeinderat gewählt worden, in der politischen Landschaft der Gemeinde am Rhein ist sie aber keine Unbekannte. Seit 15 Jahren engagiert sie sich bei den freien Wählern im Ort; zuletzt auch bereits zum zweiten Mal als Vorsitzende der Vereinigung.

„Damals wurde ich gefragt, ob ich nicht für die Freien Wähler kandidieren wolle“, berichtet sie im Gespräch mit unserer Zeitung, „ich habe damals gesagt ,ich mache gerne mit, aber kommt nach der Wahl.‘ Ich wollte nicht komplett unerfahren loslegen.“

Gesagt, getan. Kirscher trat den Freien Wählern bei, orientierte sich in der Lokalpolitik und wurde zur Vorsitzenden der Vereinigung gewählt. Nach fünf Jahren wollte sie jemand andern an den Posten lassen, Raum für neue Ideen schaffen. „Das hat dann nicht so ganz geklappt“, sagt sie lächelnd, „mittlerweile bin ich wieder im siebten Jahr Vorsitzende.“ Den Posten will sie noch bis zum Ende des Jahres weiterführen, „um alles gut fertig zu kriegen“. Danach soll der Posten in neue Hände kommen – dass Ratsstühle und Vorstandsposten getrennt besetzt werden, ist bei den Freien Wählern übliches Prozedere, wie Kirschner berichtet.

Ende gut, alles gut

„Ich hatte ein wenig Angst, vor der Kommunalwahl“, gesteht sie, „mit Matthias Steffan und Werner Köhler haben uns ja wichtige Stimmenträger gefehlt.“ Umso mehr freute sie die gute Zusammenarbeit der Vereinigung – „alle haben ihr Bestes gegeben“, mit Erfolg. Als Ursula Kirschner die frohe Botschaft erhielt, machte sie sich sofort auf zum Rathaus. „Ich war gar nicht mehr in der Lage, irgendetwas zu tun“, berichtet sie lachend, „erst vor Ort wurde mir so richtig bewusst, was passiert ist.“ Bereits jetzt arbeitet Kirschner Unterlagen durch und besucht Sitzungen des Gemeinderats. Das „Damenprogramm“, wie sie sagt, automatisch in den Sozialausschuss zu gehen, liege ihr nicht. „Ich bin interessiert daran, etwas Neues zu lernen“, sagt sie, „zum Beispiel technische Angelegenheiten oder die Details der Wasserwirtschaft.“

Anpacken und etwas verbessern will sie. Dass das schwierig ist, wenn Geld knapp ist, weiß sie, dennoch gibt es Themen, die Ursula Kirschner weiter vorantreiben will. Sozialer Wohnungsbau etwa. „Das ist nicht nur im Bund wichtig, sondern auch im Ort“, sagt sie – an junge Familien müsse ebenso gedacht werden, wie an Senioren. „Alle sollen Wohnungen finden, die bezahlbar sind“, betont sie. Phantasterein liegen ihr dabei fern, Kirschner will praktikable Lösungen finden.

Weiterbildung gehört dazu

Die 54-Jährige arbeitet seit 24 Jahren als kaufmännische Angestellte bei Pferdesport Krämer in Hockenheim. „In der Zeit habe ich mir viel aneignet und dazulernen müssen“, sagt sie und betont, dass sie auch die Eigenheiten der Gemeindeverwaltung erlenen will und kann.

In ihrer Freizeit besucht Ursula Kirschner gerne das Theater. Sie organisiert seit über 20 Jahre wöchentliche Fahrten ins Nationaltheater und nimmt auch selbst gerne mal an Theaterworkshops und Schauspielkursen teil. Diese Aufgabe hat sie von ihrer Tante Mathilde Schreiber übernommen. Ob Ballett, Oper oder Theaterstücke – Bühnenaufführungen sind ihre Welt. Am liebsten aber dann doch das Schauspiel bei modernen, interessanten Inszenierungen. „Bei einem Workshop mussten wir einmal in Zeitlupe über die Planken laufen“, erinnert sie sich, „das war anfangs schon sehr seltsam, aber irgendwann gewöhnt man sich daran.“ Genauso will sie auch an ihre neue Aufgabe im Gemeinderat herangehen: Unvoreingenommen, interessiert und engagiert. „Ich habe keinen genauen Plan, wie das ablaufen soll“, sagt sie, „wie ich mich im Theater auf ein neues Stück einlasse, lasse ich auch diese Aufgabe erstmal auf mich zukommen.“

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