Brühl

Freiwillige Feuerwehr Beim Familienabend werden Kameraden geehrt / Zusammenarbeit mit anderen Kommunen ist essenziell / Bislang 123 Einsätze in diesem Jahr

Alfred Kürschner ist seit 60 Jahren dabei

Brühl."Es war ein ereignisreiches Jahr", Kommandant Marco Krupp brachte beim Familienabend auf den Punkt, was 365 Tage für eine Freiwillige Feuerwehr bedeuten können: einen Führungswechsel in Kommando, Ausschuss, Jugendabteilung. Die "Weichen für die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr" habe man gestellt, unterstrich der junge Kommandant, der mit seinen neuen Mitstreitern den Generationswechsel an der Wehrspitze deutlich machte.

Insgesamt hat die Wehr bislang in diesem Jahr 123 Einsätze gefahren, deren Spektrum Brände, Hilfeleistungen, Sturmschäden und Hochwasser umfasst. "Die Einsatzzahl bleibt in den letzten Jahren stetig dreistellig", das liege unter anderem daran, dass sich "die Menschen in Ballungsgebieten heute darauf verlassen, dass bei kleinen und großen Problemen Hilfe von staatlicher Seite kommt". Zu den Einsätzen summierten sich Brandsicherheitswachdienste bei Großveranstaltungen in und um Brühl sowie die Unterstützung der beiden Feuerwehr-Seelsorger, für die die Wehrleute etwa Fahrdienste zu deren wichtiger Arbeit in der Metropolregion Rhein-Neckar übernehmen.

Die Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren werde immer wichtiger; dank einer interkommunalen Vereinbarung unterstützen sich Brühl und Ketsch in Sachen Brandschutz. Das bedeutet, dass die beiden Feuerwehren sich gegenseitig helfen, teilweise gemeinsame Übungen abhalten, damit im Ernstfall die Hand-in-Hand-Arbeit klappt. "Die Schwetzinger Kameraden stehen uns ebenfalls mit Mannschaft und Gerät zur Verfügung", berichtete Krupp.

Mehr Bedeutung gewinne zudem die Beteiligung an der Unterkreisführungsgruppe des Unterkreises mit dem Brühler Einsatzleitwagen und ausgebildeter Mannschaft, desgleichen bietet Eppelheim auf, man unterstütze sich gegenseitig. In diesen Reigen des Danks gehöre nicht zuletzt der Ortsverein des DRK, der sanitätsdienstlich betreue und bei Einsätzen für die Verpflegung sorge. Ins Sicherheitskonzept der Brühler gehören auch die Feuerwehren der VG Rheinauen, die Wehren aus Waldsee und Otterstadt, neuerdings auch Neuhofen und Altrip. Diese Wehren übernehmen die Erstmaßnahmen auf der linksrheinischen Seite der Gemarkung - auf Land und Wasser. "Eine Zusammenarbeit ist nicht immer einfach, da die Kameraden aus Rheinland-Pfalz bereits am Digitalfunk partizipieren, wir jedoch noch analog funken", sagte Krupp.

Fürs Engagement allgemein, die Sicherung der Einsatzstärke und den Übungsbesuch dankte Krupp seinen Kameraden. Ein Jahr gibt es den hauptamtlichen Gerätewart, der von einigen ehrenamtlichen Gerätewarten unterstützt wird, "darüber sind wir sehr froh", erklärte der Kommandant. Nicht zuletzt gebührte dem Spielmannszug mit Stabführer Andreas Schließer und den Ausbildern Lob. Der Spielmannszug ist der größte im Kreis und leitete nicht nur den Familienabend ein, sondern repräsentiere die Brühler Wehr auch weit über die Grenzen der Hufeisengemeinde hinaus.

Ganze Arbeit geleistet

Wichtiges Pfand der Freiwilligen Feuerwehren ist die eigene Jugendarbeit, aus der die Einsatzkräfte der Zukunft resultieren: Hier kann Brühl stolz auf 33 Jugendliche blicken, deren Leitungsteam, Janine Janke und André Bruns, ganze Arbeit leistet. Alter, vor allem Dienstalter, birgt Erfahrung, aus der die Brühler dank der aktiven Alters- und Reservemannschaft voll schöpfen können. "Bei unseren Partnern sowie allen Familienangehörigen, die uns unterstützen und Geduld beweisen - was bestimmt nicht immer einfach ist - bedanke ich mich", so der Kommandant, "Ohne Eure Unterstützung und Euer Verständnis wäre dies alles nicht möglich." Der Beifall brandete bei diesen ehrlichen Worten auf.

Bei den Aktiven aufgenommen

"In der Brühler Feuerwehr ist die Welt in Ordnung und damit auch die der Brühler Bürger, die sich auf die Hilfe verlassen können", formulierte Bürgermeister Dr. Ralf Göck. Einen gewissen Stolz auf die einsatzfähige und -willige Wehr attestierte er in der Honorierung der sehr guten Zusammenarbeit aller Gruppen: "Dank für Ihren Dienst am Bürger in Brühl und Rohrhof - Glück auf."

Damit begann der Ehrungsreigen, der zahlreiche hohe Auszeichnungen für die Wehrleute brachte. Zudem wurde mit dem traditionellen Kopfbedeckungstausch Sebastian Magnussen aus der Jugendfeuerwehr als Feuerwehrmann-Anwärter in den Kreis der Aktiven aufgenommen.

Der Familienabend war fortan bestimmt durch fetzige Musik der DJs Cort Bröcker und Benjamin Noller, dem Losverkauf und den tollen Preisen der Tombola, sowie die Begegnung und die gemeinsame Feier.

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