Brühl

Fischerfest Zahlreiche Besucher kommen zur 67. Auflage der Traditionsveranstaltung / Kinderflohmarkt leidet unter dem wechselhaften Wetter

Angler schaffen mit Neukonzeption großen Wurf

Archivartikel

Brühl.Neues Fest, neues Glück! Das schien wohl das Motto des Rohrhofer Fischerfests zu sein. Denn viele Programmpunkte von Freitag bis Montag wurden überarbeitet, es wurde Neues ausprobiert und einfach mal von Grund auf umstrukturiert.

„In den vergangenen Jahren haben wir gemerkt, dass der Zuspruch einfach nicht mehr da war“, sagte der Vorsitzende des Angelsportvereins Rohrhof, Udo Koch. Besonders für Kinder war früher nicht viel geboten – während Mama und Papa bei Bier und Fisch der musikalischen Unterhaltung auf der Bühne des Festzelts lauschten, gab es für ihre Sprösslinge kaum Bespaßung. Das wurde radikal geändert: Insbesondere der Sonntag und der Montag standen im Zeichen der Kinder.

Nimar Ansari-Eckstein aus Altlussheim zauberte den Kindern am nicht nur ein Lächeln, sondern auch bunte Bemalung ins Gesicht. Dass sie beruflich bereits Erfahrungen als Maskenbildnerin sammeln konnte, sieht auch ein Laie. Eine Bekannte des Angelsportvereins machte sie auf den kostenfreien Programmpunkt Kinderschminken aufmerksam und sie sagte sofort zu. „Hauptsache, die Kinder sind glücklich“, betonte Ansari-Eckstein.

Feilschen macht Spaß

Parallel dazu ging es vor dem Festzelt für die Kinder ums Feilschen: Erstmals wurden die jüngsten Fetsbesucher aufgerufen, ihre alten Spielsachen, Plüschtiere und Klamotten auf dem Kinderflohmarkt zu verkaufen. Aufgrund des wechselhaften Wetters mit dem einen oder anderen Regentropfen, trauten sich jedoch nicht allzu viele Kinder, ihr Hab und Gut unter freiem Himmel zur Schau zu stellen.

So hatten die Geschwister Sisia (9) und Bela (6) Schwarz aus Rohrhof lange eine wirkliche Monopolstellung auf dem Messplatz. Wie die ganz großen Profis und mit sichtlicher Freude verhandelten sie mit Interessierten um die Preise für ihr Spielzeug.

Weitere Höhepunkte für Kinder fanden gestern mit Kinderkaraoke und dem spektakulären Ballonwettfliegen statt, bei dem unser Kinderreporter Fred Fuchs vorbeischaute.

Doch auch für die großen Gäste gab es Programmabweichungen. So startete der Sonntag von 10 bis 13 Uhr erstmals mit Frühschoppen einem Weißwurstessen, das von einer ganz besonderen Musikdarbietung begleitet wurde. Das Polizeimusikkorps aus Mannheim gibt ein Platzkonzert, dessen Repertoire querbeet Stücke von Robbie Williams oder Udo Jürgens, aber auch volkstümliche oder symphonische Bläsermusik abdeckt.

Rhythmen statt Strafzettel

Wie es zu dieser Begegnung kam, erklärt Dirigent Wolfgang Rothenheber: „Uwe Kanehl, Sprecher des Organisationsteams und am Fischerfestwochenende fleißiger Küchenhelfer, ist ehemaliger Polizeibeamter und verknüpfte seine Verbindung zur Polizei mit dem Fischerfest“, schildert er in einer kurzen Verschnaufpause seines Musikkorps. Diese Pause nutzen die Gäste des Fischerfests, um in die Bewirtungsecke zu eilen, wo bereits zu früher Stunde Maßkrüge und Weißwürste neben den geangelten Leckereien über die Theke wandern.

Rosemarie Sonsalla aus Rohrhof hat interessiert vom Auftritt der Polizei gelesen und schaut mittags im Festzelt vorbei. Auch Lore Limbeck und Heidi Mahrer aus Ketsch freuen sich über die ungewöhnliche Darbietung und über das leckere Essen: „Anstatt zu kochen, essen wir gerne hier“, lachen die beiden. Rohrhöfer Werner Wiesner kommt seit 40 Jahren aufs Fischerfest – wenn auch abends nicht mehr ganz so lange wie in jüngeren Jahren; das Frühschoppen lässt er sich nie entgehen.

Der Auftritt der Polizei kommt gut an: „So viele Gäste sind nur wegen des Platzkonzerts der Polizei gekommen“, erklärt Vorsitzender Koch stolz. Man überlege daher, diesen Auftritt für die kommenden Jahre zu ritualisieren. Dazu werde es jedoch nach dem Fischerfest eine große Sitzung geben, bei der analysiert werde, ob sich die Umstrukturierung auch in Zukunft bewähren würde.

Eine positive Zwischenbilanz kann Koch am Sonntag jedoch schon ziehen: „Besonders die neue musikalische Unterhaltung kam super an. So eine Stimmung wie vor allem am Freitagabend bei den „Bongaz“ habe ich noch nie erlebt“, begeistert er sich und fügt hinzu: „Die Änderungen waren dringend nötig und werden vom Publikum tatsächlich mehr als nur akzeptiert.“

Verlosung bleibt erhalten

Allerdings etwas Altbewährtes bleibt beim Fischerfest im Angebot unangetastet: die Fischbäckerei Obeldobel, bei der Seehecht, Zander und andere Leckereien seit jeher iangeboten werden, wird dem Brühler Fischerfest wohl auch weiterhin erhalten bleiben. Natürlich auch die Schlemmerecke mit Angeboten jenseits des Fischs, die von den Vereinsmitgliedern betreut wird.

Ein fester Posten: Die Verlosung zugunsten sozialer Zwecke, die bereits zum 25. Mal durchgeführt wurde. Sie bildete einst den Grundstock für die Stiftung „Bürger in Not“ und geht inzwischen an verschieden Gruppen. Diesmal werden der Waldkindergarten und die Kinderbetreuung Sonnenscheinhort bedacht

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