Brühl

60plus Starke Resonanz auf das Angebot der Mentorengruppe / Psychologe Peter Kruse referiert

Angst als überlebensnotwendige Emotion

Archivartikel

Brühl.Mit viel Anerkennung begrüßte der stellvertretende Leiter der Schillerschule Helge Belz die Mentorengruppe der Aktion 60plus in seiner Schule: „Sie sind für uns wichtig und werden immer notwendiger. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich Sie auf den Fluren treffe.“

Helmut Mehrer, Sprecher von 60plus, dankte seinerseits dem Konrektor und begrüßte die zahlreichen Interessenten, darunter Landtagsmitglied Manfred Kern (Bündnis 90/Die Grünen), vor allem aber den Referenten des Treffens, Peter Kruse, seit fast zehn Jahren der engagierte „Mentor der Mentoren aus dem Unruhestand“. Offenkundig habe das Thema Angst, so Coach Kruse zur Einleitung, einen Nerv getroffen. Man erlebe sie immer wieder, scheue sich aber, sie zu gestehen. „Dabei ist sie eine überlebensnotwendige Grundausstattung der Menschen, zusammen mit Liebe, Vertrauen und Hoffnung – der Empathie also“, meinte der Referent. So hätten die Präsidenten Norwegens und Frankreichs auf Attentate mit dem Aufruf reagiert, zusammenzustehen. Diese Reaktion im Moment der Angst zeige Selbstbewusstsein, weckt Stärke und führe zu höherer Selbstwirksamkeit, meinte Kruse. Dieses Vertrauen befürwortete der Philosoph Søren Kierkegaard bereits im 19. Jahrhundert: „Angst lähmt nicht nur, sondern enthält die unendliche Möglichkeit des Könnens, die den Motor menschlicher Entwicklung bildet.“

Vier Ursachen herausgearbeitet

Zur Entspannung lud der Coach die 60plus-Aktiven ein, in Kleingruppen eigene Erfahrungen zum Thema zu erläutern. Einer der Anwesenden nutzte im Anschluss das Angebot, um allen zu erklären, warum er aufgehört habe zu rauchen, nämlich „wegen der Angst vor dem vom Arzt angedrohten baldigen Tod“. Die eigene Vergänglichkeit, so der Referent weiter, habe der Psychologe Fritz Riemann zu den vier bedeutenden Ursachen von Angst gezählt. Daneben stünden auch der Verlust der Selbstkontrolle, der Freiheit der eigenen Entwicklung sowie das Herausfallen aus einer Gruppe. „Sie stecken in uns allen, bilden Gegensätze, die idealerweise in einem Gleichgewicht stehen. Wem das gelingt, der bedient sich der Angst als positiver Triebfeder“, fasste er zusammen.

Entsprechend formulierte Kruse eine „Hausaufgabe“ bis zum zweiten Teil seines Seminars in vier Wochen: „Denken Sie nach, was Ihre Angst an Positivem in Ihrem Leben bewirkt hat.“ Mehrer schloss dem die Bitte an, bei diesem Treffen am Donnerstag, 28. März, bereits vor dem eigentlichen Seminarstart um 15 Uhr in die Schillerschule zu kommen, denn die neuen Mitglieder sollen sich dann untereinander und mit den älteren bekannt machen können. sr

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