Brühl

Sozialverband VdK-Kreisvorsitzender Helmut Gaa referiert vor dem Ortsverband zum Thema Pflege

Anni Körber bleibt Vorsitzende

BRÜHL.Bei der Jahreshauptversammlung im „Sportpavillon” bestätigten die Mitglieder des Ortsverbands Anni Körber in ihrem Amt als Vorsitzende. Ihr Stellvertreter wurde Josef Dorsch, Kassierer Joachim Schirmer. In ihrem zuvor abgelegten Rechenschaftsbericht sprach Vorsitzende Körber von einem lebendigen Ortsverband mit informativen Monatstreffen, Muttertagsfeier, gemeinsamem Sommerurlaub, Weihnachtsmarktbesuch und Vereinsweihnachtsfeier. „Das ist nur durch unser harmonisches Miteinander möglich”, lobte die Vorsitzende und dankte für die angenehme Zusammenarbeit, auch mit der Gemeindeverwaltung.

Kreisvorsitzender Helmut Gaa vom Kreisverband Mannheim informierte über das Thema Pflege. „Immer mehr pflegebedürftige Menschen können den stetig steigenden Eigenanteil an den Pflegekosten bei stationärer Heimunterbringung nicht mehr selbst tragen. Wegen dieser finanziellen Überforderung müssen immer mehr Pflegebedürftige Hilfe zur Pflege und damit Sozialhilfe beantragen”, gab Gaa zu bedenken. Das widerspreche den Zielen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Denn Bedürftige sollten seit deren Einführung im Jahr 1995 davor bewahrt werden, Sozialhilfe im Alter beantragen zu müssen.

Bezüglich der Pflege gebe es noch sehr viele Baustellen, und um diesen Notstand zu beenden, brauche Deutschland einen großen Wurf, forderte der Kreisvorsitzende. Zwar kündige der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD Reformen in die richtige Richtung an, aber diese reichten nicht aus, um große Probleme in der Pflegepolitik zu beheben.

„Viel zu wenig Fachkräfte“

Das Sofortprogramm „Pflege” solle 13 000 neue Stellen schaffen – für derzeit etwa 13 600 Pflegeeinrichtungen in Deutschland. Das seien pro Einrichtung eine Stelle. Nach Einschätzung des Deutschen Pflegeverbands wären jedoch 100 000 bis 150 000 zusätzliche Pflegekräfte erforderlich, um eine spürbare Verbesserung zu erreichen.

Der Eigenanteil für Pflegebedürftiger in Baden-Württemberg liege bei 826 Euro, dem zweithöchsten Wert in Deutschland. Mit den Kosten für Unterkunft, Pflege und sonstigen Auslagen summiere sich der Eigenanteil auf 1900 Euro. Die Durchschnittsrente eines Bestandsrentners lag 2016 bei 1199 Euro, bei Rentnerinnen gerade mal bei 665 Euro.

Häufig schreckten Pflegebedürftige vor dem entsprechenden Unterstützungsantrag zurück, um Angehörige und Kinder nicht mit Kosten zu belasten, so Gaa. Im Koalitionsvertrag stehe jedoch, dass auf Kinder und Angehörige erst ab einem Jahreseinkommen von 100 000 Euro zurückgegriffen werden solle.

„Das wäre wichtig, um Eltern davor die Angst zu nehmen, ihren Kindern auf der Tasche zu liegen”, stellte der Kreisvorsitzende Gaa abschließend bei der VdK-Jahreshauptversammlung fest. gp

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