Brühl

Ortsgeschichte Broschüre des Heimatvereins widmet sich dem einst führenden Bauunternehmen / Vor 70 Jahre entstand das Klärwerk

Anton Langlotz ist lange ein Begriff

Brühl.Vor 70 Jahren wurde für den Zweckverband Bezirk Schwetzingen zwischen der Hufeisen- und der Enderlegemeinde am Altrheinarm das Klärwerk eingeweiht. Ein Unternehmen war maßgeblich an den Arbeiten beteiligt: Die Familie Langlotz begann bereits 1956 mit seiner Firma für Hoch- und Tiefbau, dieses bis heute wichtige Bauwerk Wirklichkeit werden zu lassen.

Und nicht nur deshalb hat der Verein für Heimat- und Brauchtumspflege diesem Unternehmen, das vor 80 Jahren im Ort seinen Betrieb aufnahm, eine eigene „Ortsschell“ gewidmet, denn die Baufirma hat der Gemeinde in der Nachkriegszeit bei vielen öffentlichen und privaten Projekten ein neues Gesicht beschert. Das Unternehmen der Familie Langlotz war im vergangenen Jahrhundert ein echter Begriff der Branche – in Brühl und weit darüber hinaus. Als bescheidenes Maurergeschäft ging es los, dann baute die Firma Straßen bis in den Raum Eppingen und Mosbach, zahlreiche Wohnhäuser, Industriebauten, aber auch Brücken für die Reichsautobahn in ganz Deutschland – an diesem Brühler Unternehmen kommt kaum jemand vorbei.

Als wichtigste Maßnahme in der Hufeisengemeinde wird von Wilhelm Langlotz 1936 der Leimbach in sein heutiges Bett umgeleitet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Kläranlage in den 1950er Jahren von dem örtlichen Unternehmen als Großprojekt errichtet.

In diesen Jahrzehnten vor und nach dem Zweiten Weltkrieg gibt die Firma Langlotz vielen Arbeitern aus der Gemeinde und der Region sichere Arbeitsplätze. Das familiengeführte Unternehmen steht für Zuverlässigkeit und Qualität – damit strahlt der Ruf des Unternehmens weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus – für die Region wird der Betreib zum Markenzeichen. Welche Bedeutung die Firma hat, zeigt sich beim 70. Geburtstag von Firmengründer Wilhelm Langlotz. Denn damals richtet die Gemeinde ein großes Fest für den Bauunternehmer und den Sohn des Firmengründers aus. Bernhard Langlotz erhält zudem als Anerkennung für 50-jährige treue Dienste als Bauführer sogar die Ehrenurkunde des Ministerpräsidenten.

Doch schon Ende 1972 gehen Wilhelm und Jakob Langlotz in den Ruhestand und Adolf Rey übernimmt die Führung der Geschäfte. Die Anton-Langlotz-Gesellschaft wird in die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft überführt. Sechs Jahre später wird die Firma Teil der Baugesellschaft Süba.

Dabei sind es nicht einmal schmale Auftragsbücher, die für das Ende des namhaften Betriebes sorgen. „Das Familienunternehmen Langlotz, wo ein Nachfolger fehlt, hat 1977 mit 110 Beschäftigten etwa elf Millionen Mark Umsatzerlöse erzielt und verfügt den weiteren Angaben nach über einen guten Auftragsbestand“, berichtet damals auch unsere Zeitung.

Mangels eines neuen Chefs aus der Familie geht damals „eine lange und erfolgreiche Firmengeschichte zu Ende“, bedauert der Vorsitzende des Vereins für Heimat- und Brauchtumspflege, Dr. Volker Kronemeyer, in der aktuellen „Ortsschell’“ des Vereins. Die ortsgeschichtliche Schrift – immerhin die Nummer 25 in der Reihe – widmet sich diesem wichtigen Unternehmen. „Leider sind vonseiten der Baufirma bezüglich der Kläranlage außer Fotos keine Unterlagen wie Rechnung oder Baupläne in dieser Sache mehr verfügbar, so dass der Verein das Thema nicht weiter vertiefen kann“, bedauert Kronemeyer. Dennoch bietet die fast 60-seitige Schrift viele interessante Einblicke.

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