Brühl

Freibad Zahlreiche Besucher strömen zum Auftritt der Band „Anplagd“ auf das Gelände / Weitere Veranstaltungen sind geplant

Aus dem Wasser direkt zum Konzert

Archivartikel

Brühl.Wasser, Sonne, Musik, Menschen in Feierlaune, das sind die besten Zutaten für einen entspannten Sonntagnachmittag – zu finden gestern ab 16 Uhr im Freibad. Wer sich wunderte, dass Menschen aus der unmittelbaren Nachbarschaft des Schwimmbads mit Bierzeltbänken unter dem Arm spazieren gingen, sei nun aufgeklärt: Der Andrang zum Konzert von „Anplagd“ war so groß, dass die fest installierten Bänke und die Bestuhlung nicht ausreichten, um allen Besuchern einen Sitzplatz zu bieten.

Bäderleiter Patrick Berndt freute sich: „Manche sind extra wegen der Musik gekommen, andere kommen aus dem Wasser, wickeln sich ins Handtuch und setzen sich dazu.“ So soll das bei der Mini-Veranstaltungsreihe „Der Sommer bleibt, wir auch“ auch sein. Es hatte in diesem Jahr bereits ein Konzert mit einer Band direkt am Beckenrand gegeben, das leider weniger gut besucht war. Das Trio „Anplagd“ – der Bandname ist eine „Verbadischung“ des englischen Wortes „unplugged“, was auf Deutsch unverstärkt bedeutet – hatte zum Konzert auf dem Freibadgelände eine rasante und gewagte Mischung aus Titeln aller Musikgenres der vergangenen sechs Jahrzehnte im Gepäck.

Cover mit eigenem Anstrich

„Anplagd“ sind in der aktuellen Besetzung Leadsänger Rüdiger Erb, Bassist Thomas Hofmann und der Gitarre spielende Perkussionist Alexander Hönig. Es ist mittlerweile 15 Jahre her, dass sich das Trio gründete. Markant sind die drei schwarzen Barhocker, die jeden Auftritt auf der Bühne mitmachten und ebenso das schwarze Outfit der Herren. Während anfangs Eric Clapton, Creedance Clearwater Revival (CCR) und Rolling Stones mit ihren Titel für Cover mit eigenem Anstrich herhalten mussten, ging es querfeldein weiter mit der Spider Murphy Gang und „Schickeria“ über Fools Garden und „Lemon Tree“ bis zu „The Wall“ von Pink Floyd. Locker vom Hocker gingen den Herren die Rocksongs und Ex-Charthits von den Händen und Lippen. Es gab aber auch ein paar Tänzer, die in die Foxtrott-Rhythmen einstiegen. „I’m leaving on a Jetplane“ von John Denver und damit der herbe Einschlag in die Country-Ecke, wechselte flott zu „Hit the Road Jack“ von Ray Charles mit R&B-Qualität und „I’m yours“ von Jason Mraz. Mitsingcharakter hatten die Lieder, die jeder kennt.

Raum zum Plaudern

Die Vortragsart ließ Raum zum Plaudern und sorgte dafür, dass die Laune bestens blieb. Warm umspielte die Sonne die Nasen, dann, langsam, wurde es ein wenig kühler, die letzten Schwimmer kamen gegen Ende des Konzerts aus den Wasserbecken gestiegen.

„Ich war eine Stunde schwimmen, jetzt habe ich mir ein kühles Getränk und die tolle Musik verdient“, sagte Dolores Knaier und wippte im Takt mit. Drei Stunden lang spielten die Herren von „Anplagd“ und hatten dabei auch ihren Spaß.

„Es gibt Ideen“

Veranstaltungen wie diese soll es auch im nächsten Jahr wieder geben, schilderte Bäderleiter Berndt, was weiter geplant ist. In welcher Art und welche Musik, derzeit seien sie noch in der Findungsphase: „Es gibt Ideen“, hält sich der Bäderleiter aber noch bedeckt.

Klasse wäre es, wenn dann noch mehr Leute vom gechillten Angebot Gebrauch machen würden, damit weiterhin daran gearbeitet wird, dass Musik, Wasser und Sonne den Rahmen für nette Sonntagabende bieten. Ein wenig schade nur, dass Besucher bis zum Kiosk gehen mussten, um an Getränke und Essen zu kommen. Ein Getränkeausschank vor Ort hätte bestimmt ordentlichen Umsatz beschert. zesa

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