Brühl

Netzwerk Verschiedene Hilfsangebote für ältere und kranke Mitbürger stellen sich bei einer gemeinsamen Veranstaltung vor / Musik und Tanz runden Programm ab

Bandbreite der Hilfsangebote steht im Fokus

Archivartikel

Brühl."Allein ist man aufgeschmissen, aber gemeinsam kann man viel erreichen." Rudi Bamberger, kommunaler Behindertenbeauftragter und der Initiator der Veranstaltung "Aufgefangen im Netzwerk Brühl/Rohrhof" ist sich sicher, dass die Aktion im evangelischen Gemeindezentrum ein großer Erfolg war: "Endlich konnten wir mal richtig über alle Teile des Netzwerkes informieren und den Bürgern alle Möglichkeiten der Hilfe und Pflege einmal aufzeigen."

Viele Ehrenamtliche und Helfer tummeln sich an diesem Nachmittag im evangelischen Gemeindezentrum, es gibt Kaffee und Kuchen und vor allem interessante und nette Gespräche. Auch das Programm beeindruckt mit Vielseitigkeit. Neben all den Hilfsorganisationen - von der Frauenselbsthilfe bis hin zum Pflegestützpunkt Rhein-Neckar-Kreis - sind auch Schüler der Blindenschule Ilvesheim anwesend. Die Jugendlichen sorgen mit guter Musik aus dem Rock- und Popbereich und echten Klassikern, wie zum Beispiel "TNT" von ACDC, für ausgelassene Stimmung bei den Gästen.

"Alle Einnahmen von Kaffee und Kuchen gehen an die Blindenschule Ilvesheim. Sie sollen dort vor allem für die Musik und neue Instrumente verwendet werden", erläutert Bamberger.

Unterhaltung und Information

Kerstin (16) und Serena (13) freuen sich ganz besonders auf ihren Auftritt. Beide Mädchen gehören zu der Band und sind für den Gesang und das Klavier zuständig. "Wir freuen uns sehr, hier zu sein und hoffen, dass alles glatt läuft", erzählen die jungen Musikerinnen.

Gaby Alscher, eine Mitarbeiterin des B+O-Seniorenzentrums, ist begeistert von dem, was die Kinder dort leisten. "Ich habe Gänsehaut. Es ist wirklich schön, zu sehen, wie viel Freude die Kinder bei dem haben, was sie tun."

Sylke Fischer, die zur Leitung des Sozialdienstes gehört, ist der Meinung, dass es sehr wichtig ist, im Miteinander der Helfenden die Gemeinde zu vertreten. "Es ist immer gut, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen". Bettina Schröder und Gardy Cerff beleuchten, dass es sehr sinnvoll ist, wenn sich die Hilfsorganisationen untereinander austauschen. Das Netzwerk und vor allem ihre "Frauenselbsthilfe nach Krebs" liegen ihnen sehr am Herzen, besonders weil alle Teammitglieder selbst einmal betroffen waren. "Man sieht dann die vielen Organisationen plötzlich in einem ganz anderen Licht", betonen die beiden Frauen im Gespräch mit unserer Zeitung.

Auch Almut Hundhausen-Hübsch und Oliver Seel, die Seelsorger der evangelischen Gemeinde, sind mit von der Partie: "Es ist ein unschätzbarer Vorteil wenn man so als Netzwerk zusammen arbeitet". Das sieht der Bürgermeister Dr. Ralf Göck ähnlich: "Diese Aktion ist mal etwas anderes. Normal stellen sich die Organisationen eher in kleineren Kreisen vor, aber dass sie jetzt diesen Einsatz zeigen und so aktiv werden macht das Ganze attraktiv."

Auf Angebote hingewiesen

Anne-Marie Cornelius, die Leiterin des "Cafés Vergissmeinnicht", ein Angebot für Menschen mit Demenzerkrankung betont das es wichtig ist, dass diese Einrichtungen von der Öffentlichkeit besser wahrgenommen werden. "Demenz wird immer als etwas Negatives empfunden. Viele trauen sich gar nicht, zuzugeben, dass sie dement sind, weil sie damit ihre Erkrankung akzeptieren müssen", fügt ihre Kollegin Maria Becker hinzu.

Daniela Gaisbauer von der Nachbarschaftshilfe wünscht sich, dass besser auf die vielen Angebote aufmerksam gemacht wird. "Die Möglichkeiten der Unterstützung und der Hilfe müssen in der Bevölkerung bekannter werden", meint sie. Der Mitarbeiterin des Pflegestützpunktes Rhein-Neckar-Kreis, Gabriele Piuma, ist besonders wichtig, dass sich mehr Menschen zu einem der neutralen und kostenlosen Beratungstermine anmelden. Dort informieren sie unter anderem über die Pflegekasse, die verschiedenen Pflegestufen und über Begrifflichkeiten. Und so gibt es im angenehmen Gespräch sehr viele Informationen für die zahlreichen Besucher.

Sydney Youngblood zu Gast

Doch auch Geselligkeit wird beim Nachmittag des Netzwerkes großgeschrieben. Nach dem Auftritt der Sitztanzgruppe des B+O-Seniorenzentrums und einem Rollstuhlparcours auf dem Außengelände, betritt sogar zum Schluss noch ein echter Star die Bühne. Sydney Youngblood und seine Frau Nicole sind auch anwesend. "Ich kenne Rudi und ich habe Spaß daran andere zu unterhalten. Ich tue es gern, für mich ist es ein Freundschaftsdienst", erzählt der Musiker. Alles in allem, war das ein wirklich gelungener Nachmittag, sind sich alle Beteiligten einig.

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