Brühl

Bekommen Sie bald ein Kind?

Archivartikel

Ralf Strauch kann die Probleme der Gemeinde nachvollziehen

Eigentlich könnte man meinen, die Verwaltung verschläft bei der Kinderbetreuung die Entwicklung. Immer wieder wird festgestellt, dass man bei den Kindergartenplätzen der aktuellen Situation hinterherhinke. Warum wird da im Rathaus nicht vorausschauender gearbeitet?

Die Entwicklung von Neubaugebieten ist vorhersehbar, das gesetzlich fixierte Anrecht von Eltern auf einen Betreuungsplatz ist auch nicht neu – gleichwohl eine sportliche Herausforderung des Bundes an die Kommunen.

Doch ein Punkt scheint unberechenbar: Das Verhalten geschlechtsreifer Brühler zur Paarungszeit ist nach wie vor von der Gemeindeverwaltung wenig steuerbar.

Und so kann die Kommune bei der Schaffung von Kindergartenplätzen nur immer wieder flexibel reagieren, wenn – wie derzeit – plötzlich die Geburtenraten steigen. Die Planung und Umsetzung einer Kindergartengruppe braucht nämlich mindestens genauso lange wie das Neugeborene, um das entsprechende Anspruchsalter zu erreichen. Das wird die Gemeinde auch weiterhin massiv unter Zugzwang setzen.

Und noch gar nicht bedacht bei diesem Zeitfenster ist die Ausbildung der zumeist schlecht bezahlten, aber qualitativ hochausgebildeten Erzieher, denn auch sie brauchen – selbst wenn man das Salär spontan erhöhen würde – Jahre, bis sie auf die Stellen nachrücken können.

Tja, dann könnte man doch „auf Vorrat“ planen, oder? Das wiederum würde weitere Millionenbeträge erfordern – schon jetzt macht die Kinderbetreuung einen Löwenanteil im Etat der Kommune aus. Ausgaben auf Verdacht und geschätzten Vermehrungsraten würden die steuerzahlenden Bürger sicherlich auch nicht erfreuen. Bleibt wohl also doch nur das alljährliche Stricken mit heißer Nadel.

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