Brühl

Katholisches Altenwerk Pfarrer Erwin Bertsch weißt auf Stätten der Ruhe und Besinnung hin / Bürgermeister Dr. Ralf Göck stellt die Situation für Senioren dar

Betreutes Wohnen im Ort wird erweitert

Brühl.Den Senioren in Brühl geht es gut, ihr Wohnort gefällt ihnen offensichtlich, sie attestieren: „Brühl ist eine gute lebendige Gemeinde in der wir ruhig leben dürfen, dafür schätzen wir uns glücklich.“ So bringt es Maria Becker, die Sprecherin des Altenwerk-Teams, am Ende des ersten Treffens im neuen Jahr in ihren Worten unter. Zu Gast war nach einem besinnlichen Gottesdienst in der Schutzengelkirche Bürgermeister Dr. Ralf Göck, der den Senioren ein Ist-Bild der Gemeinde präsentierte und kleine Zukunftsausblicke riskierte.

Dennoch wirkte erst der Gottesdienst, den Pfarrer Erwin Bertsch gehalten hatte, nach: Im Evangelium stellte er vor, dass auch Jesus eine Art Stress oder Druck in seiner Zeit erlebte, deshalb viele Orte der Ruhe aufsuchte, um sich zu sammeln. Eine Parallele zog er zum Leben der Älteren, denen viele Dinge oft schwerfielen, wenn es einfach nicht mehr so gehe – dann sollten auch sie sich Zeit und Orte der Ruhe suchen, das könne das Zuhause sein oder auch das Gotteshaus, das es einem erlaube vom Alltag abzuschalten, sich auf anderes zu konzentrieren und damit wieder Kraft zu schöpfen.

Rezept für ein gutes Jahr

Umrahmt von Kirchenliedern, etwa Marienliedern, die die Älteren noch kennen, gelang der Gottesdienst zur angenehmen Einstimmung auf den folgenden informativen und geselligen Teil des Treffens. Den gestalteten die Helfer des Altenwerks mit pikanten und süßen Teilchen, Kaffee und guter Laune. Die schürte auch Maria Becker mit ihrem Rezept für ein entspanntes gutes Jahr und der Feststellung, dass man sich lange nicht gesehen habe und deshalb jetzt viel Raum zum Plaudern bräuchte.

Dennoch hörten die überwiegend weiblichen Besucher – es waren lediglich drei Männer anwesend Bürgermeister Dr. Ralf Göck inbegriffen – dem Verwaltungschef zu. „Es ist toll, dass so viele Frauen ein Interesse am Gemeindeleben haben“, berief sich Göck auf viele Gespräche. Seinen informativen Vortrag stellte er unter das Motto: „Wandel annehmen und Dinge bewahren“.

Wandel und Bewahrung

Wandel habe man bei der Chorgemeinschaft erlebt, die einen gemischten Chor anbietet, „weil der Sängernachwuchs fehlt“, gleichzeitig aber die Sangesfreude und das Angebot singen zu können, bewahre. Das Ende des katholischen Kirchenchors, aber der Beginn der Kantorei bilde das gleiche Schema ab.

Die „Rohrhöfer Göggel“ hätten einen neuen Schritt mit dem Nachtumzug der Maskenträger gemacht – ein Riesenerfolg, der die Tradition hoch- und erhalte.

Nicht nur, aber verstärkt die Älteren seien im Fokus des Brühler Gesundheitsforums, das übers Jahr breitgefächert Themen zur Gesunderhaltung anbiete. Zudem sei das Forum eine Plattform für Ärzte und weitere Gesundheitsdienstleister, sich kennenzulernen. „Die ärztliche Versorgung vor Ort ist der Gemeinde ein Anliegen,“, so Göck, dazu passe, dass ab April ein bekannter Kardiologe – Professor Dr. Thorsten Kälsch aus Weinheim – das Angebot der Brühler Internisten erweitert.

Mit Blick direkt auf das Anwesen in der Hauptstraße in dem 13 Familien- und 38 betreute Seniorenwohnungen mit mehr als 100 Menschen voll belegt ist, kommentierte Göck: „Wir haben diese Wohnanlage gebraucht.“ 30 bis 40 weitere Seniorenwohnungen würden auf dem Schütte-Lanz-Gebiet entstehen, die von Haus + Co gebaut und später von Pro-Seniore angeboten werden.

Für Familien habe man die Betreuungsplätze und -zeiten im Ort ausgebaut, „die Beiträge für Eltern werden geringgehalten, was aber bedeutet, dass die Kommune mehr zahlt“, so Göck über etwa 80 Prozent der Kosten für die Betreuung, die die Gemeinde leiste. Noch müsse man zur Deckung dieses Mehraufwandes keine Steuererhöhungen vornehmen, „die Kinder sind uns das wert.“

Im regionalen Vergleich könne Brühl die niedrigsten Grundsteuersätze zurzeit halten. Die Marion-Dönhoff-Realschule wachse an Schülerzahlen und manifestiere sich als „starke“ Schule am Ort. Die Werkrealschule an der Schillerschule laufe aus, in den frei werdenden Räumen soll ein „Kinder-Bildungszentrum“ für Kinder von einem bis zehn Jahren entstehen, erklärte Bürgermeister Göck.

Leben statt Schlafgemeinde

Zudem sei es gelungen, für die Versorgung in Brühl und Rohrhof jeweils einen Lebensmittelmarkt im Ort zu etablieren – ein Plus nicht nur, aber besonders für selbstständige Senioren.

Viele Sanierungs- und Neuentstehungsarbeiten kommen im neuen Jahr auf die Sportstätten zu. Die Schillerschulhalle erhält einen neuen Bodenbelag, die Arbeiten im Hallenbad gehen weiter. Göck teilte mit, dass das mit Bürgerbeteiligung erstellte Klimakonzept im Frühjahr dem Gemeinderat vorgelegt werde. Desgleichen gelte für die Lärmkartierung, für die mittels Messungen und Zählungen tagsüber und nachts in relevanten Straßen Basisdaten ermittelt wurden.

Das Ziel, Brühl nicht zur „Schlafgemeinde“ zu machen, erreiche man zudem durch ein breites Kultur- und Naherholungsangebot, das seinesgleichen in der Region suche. Viel Natur und Kultur dazu Wohnqualität und aktiver Austausch mit Partnergemeinden in Afrika, Frankreich und Dresden, das zeichne die Hufeisengemeinde als lebendig und zukunftsorientiert für Jung und Alt aus, freute sich Göck über großen Applaus der Senioren beim Nachmittag des Altenwerks.

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