Brühl

Jugendkunstschule Sommerprojekt mit Nina Kruser verbindet viele Techniken miteinander

Bilder im Bild am Finaltag

Archivartikel

Brühl.Ledeyna macht die Stupsnase ihrer pinkfarbenen Katze mit dem Pinsel rund und schwarz. Die Mieze thront im Zentrum zwischen kunterbunten Farbseifenblasen, einem lustigen Vogel und einer Inselansicht. Das Bild hat Perspektive, weil man denkt, man schaue in eine Kiste hinein, oder eben die Katze aus einer heraus. Ganz viele kleine einzeln bemalte Mosaiksteine liegen neben der Leinwand – sie werden noch Kontur und den dreidimensionalen Effekt ins Kunstwerk bringen. Das Sommerprojekt der Jugendkunstschule mit Nina Kruser verbindet sehr viele Techniken miteinander, immer gefordert sind Kreativität und Farbkombination.

Nina Kruser kommt aus Tadschikistan, hat Kunst in Russland studiert und lebt seit 2005 in Hockenheim. Beim örtlichen Kunstverein und an Schulen engagiert sie sich künstlerisch, wobei ihr das Pädagogikstudium hilfreich ist. Die Idee für das Sommerkunstwerk 2018 hat Kruser am ersten Aktionstag, am Montag, vorgestellt, es sollte möglichst alles miteinander verbinden, was die Kinder mit Urlaub und Ferien assoziieren.

Sand, Eis, Strand, Wasser, Tiere, Insel – das waren erste Schlagworte, die gesammelt wurden. „Wir haben ganz viel gezeichnet, zuerst mit Bleistift auf Papier“, schildert die freischaffende Künstlerin den Werdegang.

Delfine und Haie

Montags waren Delfine und Strand die Themen. Am Dienstag wurde es gefährlich, denn Haie in jeglicher Ausformung kamen zu Papier. Von vorn mit den Zähnen breit gefletscht oder gerade im Angriff, seitlich gesehen mit offenem Maul. Harmloser ging es am Mittwoch zu, als Vögel und Musik gezeichnet wurden. Gitarren waren da Hauptthema, „und viele ‚Spaßvögel‘“, sagt Kruser.

Prall gefüllte Eiswaffeln und prickelnde Limonade forderten am Donnerstag die Kreativität. Zum Reinbeißen sehen viele der Speiseeis-„Rohlinge“ als Bleistiftskizze schon aus. Am Finaltag der Kunstwoche legen die zehn Kinder noch eins drauf und skizzieren Schwalben, Raketen. Auf einer quadratischen Leinwand kombinieren sie die Einzelvorlagen unterschiedlich zu Gesamtcollagen. Dass da in verschiedenen Stilen umsetzbar ist – als Bilder im Bild, als beschriebener „Blick in eine Kiste“ oder gar als Graffiti in den Buchstaben des eigenen Namens macht die Bilder individuell.

Das wirkt cool

Lars fand es witzig, die Bilder in die tanzenden Buchstaben seines namens zu integrieren – das wirkt cool. Paulina hat ihre Leinwandfläche in viele Dreiecke eingeteilt. Etliche davon erhalten einen Anstrich aus Wasser und Seife, auf den Farbtropfen fallengelassen werden: „Das sieht aus wie geplatzte Seifenblasen“, freut sie sich. Ihre Tiere, die sie bei Besuchen im Zoo sieht, wie sie sagt, haben viele verschiedene Farben, voller Fantasie. Geordnet geht es bei Lara ans Werk, sie hat den Hintergrund angelegt, platziert einzelne Porträtbilder in Rahmen darauf, als würde sie einen Blick in eine Galerie werfen.

Lufttrocknende Tonmasse

So hat es auch Louisa gemacht, die jeden ihrer Rahmen mit den selbstgebastelten Mosaiksteinen hervorgehoben hat. Die Steinchen sind aus lufttrocknender Tonmasse entstanden und einzeln marmoriert oder bemalt worden. Alle Bilder sehen erstklassig aus, hängen an den einfarbigen Wänden, dekoriert, wie bei einer Ausstellung. Eltern und Großeltern schauten sich interessiert die Exponate beim Abholen an und ließen sich erklären, wie sie entstanden sind. Die Kinder freuen sich schon auf die kommende Kunstaktion der Jugendkunstschule. zesa

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