Brühl

Stellungnahme Erschütterungen sorgen für Fassungslosigkeit bei BI-Sprecher Thomas Gaisbauer / Technik sei nicht beherrschbar

Bürgerinitiative erwartet Absage aller politischen Ebenen

Brühl.„Es ist nicht zu fassen, was man zurzeit über das Geothermie-Kraftwerk bei Straßburg an Informationen bekommt“, zeigt sich Thomas Gaisbauer von der Brühler Bürgerinitiative Tiefe Geothermie entrüstet. „Da wir eine Anlage im Probebetrieb, die seit Jahren Probleme bereitet, in eine Zwangspause versetzt und kaum wird es wieder angefahren, gehen die Beben wieder los“, fasst er seine Beobachtungen zusammen, „und als Krönung des Ganzen lässt das Betreiberunternehmen dann noch verlautbaren, dass man mit einer endgültigen Betriebsgenehmigung im nächsten Jahr rechnet. „Das ist unfassbar, was man da den Menschen zumutet“, sagt Gaisbauer.

Er bilanziert, dass es im Oberrheingraben nicht ein Erdwärmekraftwerk gebe, das wirklich einwandfrei funktioniere. „Warum soll es dann unbedingt in Brühl oder sonst wo im Erkundungsfeld Hardt so problemlos sein?“ Dabei sei es ganz egal, wer die Anlage betreibe, „niemand hat diese Technik im Griff“, sagt Gaisbauer. Und bei der Straßburger Anlage habe sich auch einmal mehr gezeigt, dass das Abstellen des Betriebs nicht dazu führe, dass auch die Beben enden – „es hat Nachbeben gegeben“, sagt der BI-Sprecher.

Es sei an der Zeit, dass die Politiker endlich Rückgrat bewiesen und ein klares „Nein“ zu dieser Technik verkünden würden. In diesem Zusammenhang lobt er Josiane Chevalier, die Präfektin der Region Grand-Est, in deren Amtsbereich das umstrittene Geothermie-Kraftwerk liegt. Sie hatte erklärt: „Sollte sich nach den lokalen und nationalen Studien herausstellen, dass es ein Problem gibt, so wird es keine Fortführung der Arbeiten geben.“ Eine solche klare Aussage wünscht sich Gaisbauer endlich auch von deutschen Politikern. ras

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