Brühl

SPD Überregionale Bedeutung der Kollerfähre unterstrichen

„Chance einer Ausweitung des Angebots verpasst“

Brühl.Stolz zeigten sich die örtlichen Sozialdemokraten, dass in Brühl, nicht zuletzt auf ihre Initiative in den kommenden beiden Jahren zwölf Sozialwohnungen gebaut werden: „Wir fanden es gut, dass unser Fraktionsvorsitzender Roland Schnepf die Idee hatte, auf die auf zehn oder 20 Jahre begrenzten Belegungsrechte, die man im Wohnpark Am Schrankenbuckel schon durchgesetzt hatte, gegen Kapitalersatz zu verzichten und mit dem Geld lieber eigene Sozialwohnungen baut, die dauerhaft bei der Gemeinde verbleiben“, lobte Vorsitzender Selcuk Gök.

„Die Verantwortlichen für die Kollerfähre haben die Chance im Corona-Jahr nicht genutzt, ihren Takt zu verdichten, also insbesondere auch montags und dienstags zu fahren“, kritisierte der zweite Vorsitzende der SPD, Hans Zelt, „und so eine Alternative für die Fähre bei Altrip zu werden“, die total überlastet sei.

Freiwillige Bezahlung gescheitert

Und überdies ging das Experiment der „freiwilligen Bezahlung“ etwas daneben, denn viele der zahlreichen Nutzer der Fähre in den vergangenen drei Monaten hätten die ausgehängten „Geldkörbe“ nicht gefüllt. „Anstatt wie in der Kirche mit dem Klingelbeutel an die Autos und Fahrradfahrer heranzutreten, wird man uns demnächst wohl von schwachen Einnahmen in 2020 berichten“, befürchtet der ebenfalls anwesende Bürgermeister Dr. Ralf Göck, mit dem schon wieder ein Termin vereinbart wurde, um über eine Beteiligung der Gemeinde und des Landkreises an den Kosten der Fähre zu reden.

„Die Fähre war die ganze Zeit über sehr gut frequentiert“, berichteten auch die beiden Gemeinderäte Gök und Pascal Wasow: „Unsere Fähre ist sehr gut nachgefragt und deshalb wollen wir weiter an unserer Petition für deren Erhaltung arbeiten, die jetzt schon über 3000 Unterstützer gefunden hat.“

Wichtig für weite Region

Bei einer Analyse der Ortsangaben der „Fähren-Freunde“ stellte man überrascht fest, dass es zwar ein Schwerpunkt rund um Brühl, Schwetzingen und Ketsch gebe, dass aber viele Nutzer auch aus dem weiteren Umkreis von Bruchsal über Bad Dürkheim bis nach Worms und Mannheim kämen. Das zeige die überregionale Verankerung der Kollerfähre, die aus Sicht der Genossen ganz klar ein Bestandteil der Landesstraße 630 sei – das zeigten auch die vielen linksrheinischen Nutzer dieses Verkehrsmittels. „Die Begründung der Landesregierung, die Kollerfähre sei in erster Linie für die örtliche Naherholung, ist damit nachweisbar falsch. In meinen Augen wirkt es wie ein vorgeschobenes Argument, um die Gemeinde an den Kosten der Fähre zu beteiligen.“ kritisiert Wasow.

Bei der Sitzung wurde weiter die im März ausgefallene Jahreshauptversammlung auf September verlegt und Wasow berichtete nicht nur von dem seit einigen Monaten laufenden „Masken-Projekt“, sondern auch über die neue „Sonnenblumen“-Aktion. Nachschub gebe es am Samstag, 27. Juni, wenn die Kandidatin für die Bundestagskandidatur, die Schwetzingerin Neza Yildirim mit den Gemeinderäten von 12 bis 13 Uhr auf dem Brühler Lindenplatz weitere Sonnenblumensamen verteilt. zg

Info: Weitere Informationen unter www.spd-bruehl-rohrhof.de

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional