Brühl

Kulturausschuss Termine werden teilweise bis auf das Jahr 2024 verschoben / Noch sind die nächsten vorgesehenen Termine im Kalender nicht wirklich sicher

Corona wirbelt Veranstaltungen durcheinander

Brühl.Er hatte keine einfache Aufgabe – der Kulturbeauftragte der Gemeinde, Jochen Ungerer, als er im zuständigen Gemeinderatsausschuss über den Kulturkalender sprach. Denn noch ist nicht absehbar, wie sich mit dem Virus die jeweiligen Vorgaben für Veranstaltungen ändern. Bei der ersten Welle im Frühjahr waren die Veranstaltung zunächst auch noch auf den Herbst verschoben worden, weil sich niemand zeitlich so lange Einschränkungen vorstellen wollte.

Auch, wenn Ungerer als erste Kulturveranstaltung nach Corona die geniale Kabarettistin, Musikerin, Komponistin und Liedtexterin Katie Freudenschuss für Anfang März, also ein Jahr nach dem ersten Lockdown, als Reaktivierung des Kulturkalenders ankündigte, so hing doch noch so manches Fragezeichen über dem Termin. Manche der bereits angesetzten Termine, die dann doch Corona weichen mussten, würden inzwischen bis ins Jahr 2024 verschoben werden, erklärte Ungerer den Ratsmitgliedern.

„Die Corona Krise seit März hat das gesamte Kultur-, Ausstellungs- und Vereinsleben auf den Kopf gestellt“, bilanzierte er. Sämtliche Kulturveranstaltungen, die nach dem 14. März geplant gewesen seien, wären storniert worden – ein Ausweichtermin sei frühestens ein Jahr später gefunden worden. „Veranstaltungen, bei denen der Kartenverkauf schon begonnen hatte und auch verschoben wurden, wurden nun komplett abgesagt und rückerstattet“, so der Kulturmanager.

Auftritte im nächsten Jahr

Die Corona Vorgaben seien auch der Grund gewesen, dass alle Verträge, die mit Künstlern für das laufende Jahr geschlossen worden seien, aufgehoben werden mussten. Trotzdem habe man den lokalen Helfern rundum die Technik ein freiwilliges Salär gezahlt. „Anstatt 15 000 Euro zu zahlende Garantiegagen, einigten sich die Kulturabteilung und die Künstler beziehungsweise dessen Agenten auf Folgeengagements in den beiden nächsten Jahren“, erklärte Ungerer.

Lediglich 2500 Euro seien für Soloselbstständige wie Tontechniker und Agenturen bezahlt worden. Für 2021 und 2022 habe die Kulturabteilung allerdings wieder viele Veranstaltungen geplant. Zum einen die Absagen aus dem laufenden Jahr zum anderen jene Künstler, die schon Verträge hatten, welche vor der Corona-Pandemie abgeschlossen wurden. Das sorgt natürlich für eine Welle, die wir vor uns herschieben“, so Ungerer.

Ob die Veranstaltungen wie geplant im Jahr 2021 in Festhalle und Villa Meixner stattfinden könnten, sei derzeit noch nicht sicher. „Dies liegt ganz alleine an den Vorgaben des Landes Baden-Württemberg für die Eindämmung der Corona Pandemie“, so Ungerer. Die Kulturabteilung habe sich aber dazu entschlossen mehr Open-Air-Veranstaltungen im Garten der Villa Meixner im Sommer anzubieten.

Für dieses besondere und sehr beliebte Kulturprogramm sei aber eine besondere Anschaffung von Nöten: Es wird ein eigenes gemeindeeigenes Bühnendach benötigt. Um zudem die Kosten für den Aufbau durch Bauhofmitarbeiter so gering wie möglich zu halten empfiehlt die Kulturabteilung dem Gemeinderat den Kauf eines Bühnendaches von einer Fachfirma im Dauerauftrag, die auch das Dach immer aufbaut, wenn es benötigt wird.

Teilweise keine neuen Termine

Auch die Veranstaltungen des Brühler Gesundheitsforums und der Bücherei fielen Corona zum Opfer. Es seinen Veranstaltungen für 2021 geplant – jedoch stehen noch keine Termine fest. Die Konzerte werden während „normalen Zeiten“ von der Jugendmusikschule und den örtlichen Musik- und Gesangsvereinen durchgeführt. Die Gemeinde rundet lediglich das Angebot ab. Im nächsten Jahr feiert die Jugendmusikschule ihr 50-jähriges Bestehen. Dazu könnte es einen Festakt in der Festhalle geben. Dieser Anlass wird dazu genutzt den Jugendmusikschulleiter Walter Barbarino in den Ruhestand zu verabschieden.

Und für das kommende Jahr sind schon einige bekannte Kleinkünstler verpflichtet worden, die gern nach Brühl kommen, betont Ungerer in der Sitzung. Doch noch will das Kulturamt vor Terminfestlegungen die weiter Pandemie-Entwicklung im Land abwarten.

Info: Ein Video zu Katie Freudenschuss gibt es unter www.schwetzinger-zeitung.de

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