Brühl

Dauerhafte Beziehung

Archivartikel

Ralf Strauch wird noch lange an diese fünfte Jahreszeit zurückdenken

Am Aschermittwoch ist alles vorbei? Von wegen. Ich bin beim Brühler Fasnachtszug eine Liaison eingegangen, die sicherlich deutlich langanhaltender sein wird, als das Aschekreuz auf so mancher Stirn zum Start in die Fastenzeit. Ich sage nur: Konfetti.

Gleich mehrere Breitseiten dieser nur auf den ersten Blick unschuldig weißen Papierschnipsel haben die Zugteilnehmer während meines journalistischen Einsatzes auf dem Zugweg auf mich abgefeuert – nochmals ein „Danke“ an die orangefarbenen Nemos der Kampagne – und sie haben mich voll erwischt.

Schon während des Umzugs wurde ich immer wieder von mitfühlenden Passanten „gelaust“, aber die i-Tüpfelchen des närrischen Schabernacks zeigen sich anhänglich. So habe ich auch in den Redaktionsräumen eine Spur des Narrenzaubers hinterlassen, der seinesgleichen suchen dürfte – an dieser Stelle ein Entschuldigung an unsere Reinigungskraft. Doch Sie glauben nicht, wo überall das Konfetti die Nähe zu mir gesucht hat. Und zusammen mit dem Regen wurde eine sehr dauerhafte Beziehung zwischen uns eingegangen. Immer, wenn ich nun glaube, dass unsere Trennung endgültig sei, taucht Konfetti wieder überraschend auf.

Zuhause habe ich inzwischen die Putzutensilien strategisch günstig in allen Räumen verteilt, um die Wiedersehensfreude nicht allzu intensiv werden zu lassen. Aber der Kehraus ist noch lange nicht vorbei. Denn es gibt geheimste Verstecke, die nur das Konfetti zu kennen scheint, in die sich das anhängliche Zeug zurückzieht, um dann, wenn man es am wenigsten erwartet, wieder keck aufzutauchen. Wahrscheinlich werde ich noch lange an diese Kampagne zurückdenken. Ich bin aber zuversichtlich, dass Konfetti und ich spätestens an Ostern wieder getrennte Wege gehen. Oder bin ich da zu euphorisch?

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