Brühl

Serie Fundstücke (Teil 5) Blitzbesuche bei der Tennislegende Steffi Graf / Roberto Blanco zu Gast

Ein bisschen Spaß muss sein

Archivartikel

Brühl.Und schon wieder hat der Redaktionsumzug ein amüsantes Fundstück aus der Hufeisengemeinde zutage gefördert. Drei Strahlemänner blicken den Betrachter von der vergilbten Fotografie aus an: Altbürgermeister Günther Reffert in der Mitte, Schlagerstar Roberto Blanco rechts und Michael Graf, der Bruder von Tennislegende und Ehrenbürgerin Stefanie Graf, links.

„Ja, da kann ich mich dran erinnern“, antwortet Reffert auf unsere Nachfrage und muss schmunzeln. „Allerdings ist das Zusammentreffen kein Ereignis gewesen, von dem wirklich viel hängen geblieben ist“, räumt Reffert ein. Damals, in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre, war die „Tennisgräfin“ als Weltranglistenerste auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Und immer wieder seien zu dieser Zeit Stars und Sternchen vorbeigekommen, um mit Steffi Graf auf deren eigenem Platz ein paar Bälle über das Netz zu schlagen.

Sympathischer Schlagerstar

„Das waren immer Kurzbesuche“, erinnert sich Reffert. Ein häufiger Gast war auch die Komikerlegende Otto Waalkes. Ihn verbindet schon lange eine Freundschaft mit der Brühler Ehrenbürgerin. „Als ich Steffi zum ersten Mal traf und kennenlernte, trug sie tatsächlich einen Ottifanten-Pulli – da war sie mir natürlich auf den ersten Blick gleich hochsympathisch“, verrät der Ostfriese immer wieder gegenüber der Presse, „und der erste Eindruck hat nicht getrogen. Auch viele Sportjournalisten flogen damals auf ein kurzes Match ein.

„Über was ich mich mit Roberto Blanco in den paar Minuten unterhalten habe, weiß ich gar nicht mehr“, versucht sich Reffert zu erinnern, „aber es war ganz offensichtlich nichts Weltbewegendes – doch er war mir direkt sympathisch“. Nicht umsonst heißt einer der großen Hits des Sängers „Ein bisschen Spaß muss sein“. Den verstand der 83-Jährige allerdings nicht, als seine Tochter Patricia Blanco 2015 beim TV-Format „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ teilnahm und einige Familienauseinandersetzungen über die Boulevardblätter ausgebreitet wurden.

Unerfreulich sind die Schlagzeilen, die aktuell der Dritte auf unserem Bild macht. Michael Graf ist im August von der Polizei in Las Vegas festgenommen worden. Er soll einen Freund bedroht und mit einem Hammer eine Autoscheibe zerschlagen haben. Kurze Zeit später soll der 49-Jährige noch einmal vor dem Haus der Ex-Ehefrau seines Freundes randaliert haben. Polizeibeamte setzten ihn mit Gummigeschossen und einem Elektroschockgerät außer Gefecht. Graf kam verletzt in eine Klinik. Inzwischen hat seine zwei Jahre ältere Schwester die Vormundschaft über Michael übernommen. Doch dadurch kehrte keine Ruhe ein, der Bruder ist gegen die Vormundschaft vor das Familiengericht gezogen – keine schöne Episode im Leben der „Tennisgräfin“, die da durch die Medien geht.

Mitte der 1980er Jahre war die Tenniswelt noch in Ordnung und auf dem Anwesen der Familie im Luftschiffring hatte der exklusivste Tennisclub der Bundesrepublik seinen Sitz – die Crème de la Crème des deutschen Tennissports soll damals Mitglied gewesen sein. ras

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