Brühl

Evangelisches Gemeindezentrum Markustheater mit 15 Darstellern / Daniel Lenhard spielt Jesus

Ein Evangelium mal anders

Brühl.Zu einem Theatererlebnis der besonderen Art haben die Ökumene Brühl-Ketsch und die Landeskirchliche Gemeinschaft Brühl eingeladen. Das Markustheater war zu Gast im evangelischen Gemeindezentrum. Ein ganzes Evangelium werde in 90 Minuten als Theaterstück dargestellt, so verspricht es das Konzept.

Schon der Blick in den Veranstaltungsraum war ganz anders, als man es vielleicht sonst von einem Theaterabend gewohnt ist. Ganz ohne Bühne, ohne Requisite oder Beleuchtung nahmen die rund 150 Gäste auf den in einem Rundtheater angeordneten Stühlen Platz. „Wir lassen uns überraschen und sind gespannt, was heute hier passiert“, erzählten Ines und Hanspeter Grether aus Brühl. „Das Projekt ist ein Arbeitszweig der Studentenmission Deutschland und lebt zum einen vom Markusevangelium und der Improvisation. Die 15 Darsteller lernen die Struktur des Evangeliums und die Abläufe des Stücks kennen und üben dann drei Tage, bevor es zur Aufführung kommt“, erklärte Arnold Haackmann, der Regisseur des Stücks.

Überzeugend spielte Daniel Lenhard die Hauptfigur Jesus, der bei der erlebnisorientierten Darstellung in Jeans und Pulli auftritt. Die Darsteller hoben sich optisch nicht vom Publikum ab, und banden dieses immer wieder aktiv ein. Der Zuschauer war immer mitten im Geschehen, wenn „Jesus“ mit Gefolge direkt durch die Stuhlreihen zog.

Szenen aus dem Leben

Mit vielen szenischen Darstellungen, aus dem von Markus beschriebenen Leben von Jesus, wie zum Beispiel der erwähnten Heilungen von Kranken, wurde das Publikum anschaulich durch die Abfolge des Evangeliums geführt.

Die Sprache im Theaterstück war sehr modern. So kommentierten die Jünger-Darsteller eine Wunderheilung etwa mit den Worten: „Wie cool ist das denn.“ Die Darsteller schlüpften teilweise in unterschiedliche Rollen, was aber nicht verwirrend war, lag das Augenmerk doch immer zentral auf dem Inhalt.

„Mir hat es besonders gut gefallen im Kreis zu sitzen, so hatte man einen unterschiedlichen Blickwinkel auf die Szenen. Erwartet hatte ich eher, dass etwas vorgelesen wird, aber so war es viel mehr ein Erlebnis und die Zeit ist total schnell verflogen. Ich kann einen Besuch des Markustheaters wirklich nur empfehlen“, resümierte Sophie Siebert, eine Zuschauerin, die an diesem Abend aus Mannheim angereist war.

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