Brühl

Leimbach Das Fließgewässer mündet bei Brühl in den Rhein

Ein steter Quell der Veränderungen

Archivartikel

Brühl.Er zeigt sich allen Veränderungen zum Trotz am Ende doch beständig – der Leimbach, Pardon, „die Leimbach“, wie es auf Kurpfälzisch heißen muss. Auch wenn sein Bett in und um Brühl verlegt und durch die Rheinbegradigung des Ingenieurs Johann Gottfried Tulla in Brühl sogar deutlich verkürzt wurde, zieht sich sein von Schilf gesäumtes glänzendes Band seit Jahrhunderten entlang des Orts. Die Quelle des Leimbachs liegt übrigens südöstlich des Diel-heimer Sinsheimer Ortsteils Balzfeld. Von dort sind es ziemlich genau 37,8 Kilometer bis zur Mündung in den Rhein bei Brühl.

Einst ging es dort noch geradeaus weiter, bis der Bach beim heutigen Altrhein gegenüber von Waldsee in den Fluss überging, um dann Richtung Nordsee zu fließen, doch das änderte sich durch Tullas Jahrtausendprojekt. Einst trieb seine Wasserkraft auch mehrere Mühlen in der Gemeinde an. Die zeitlich erste Mühle am Brühler Leimbach ist in den Verkaufsurkunden von 1423 zu finden, als Ritter Hans von Helmstadt zu Helmstadt dem damaligen Pfalzgrafen diese Mühle verkaufte.

Etwas mehr Licht ins Dunkel bringt der Herbst 1716 – damals übernahm, wie die Verträge zeigen, Johann Adam Dieffenbacher die für die Region wichtige Mühle. Doch schon kurze Zeit später hieß die Müllerfamilie Stegmüller – diesen Namen sollte die Mühle, die heute am Ende der Mühlgasse beim Damm stehen würde, bis zum Schluss tragen. Dabei wurde das Gebäude 1787 durch einen neuen Müller, Carl Walter, komplett eingerissen und durch eine für damalige Zeiten sehr moderne, um einen Mahlgang erweiterte Anlage ersetzt. Die zwischen Schlossgarten und Stegmühle gelegene Brühler Dornmühle war bereits 1774 von den kurpfälzischen Behörden abgerissen worden. Um den Wechsel vom 18. ins 19. Jahrhundert übernahmen immer wieder andere Familien die Stegmühle, die gemarkungstechnisch bis Mitte des 20. Jahrhunderts zu Schwetzingen und damit „ned zu Briehl“ gehörte. Ende 1972 wurde der Gebäudekomplex endgültig abgerissen.

Doch die Leimbachwasser flossen unerschüttert weiter – auch nach der Verlegung des Bachbetts durch die Flurbereinigung beim Autobahnbau im Osten der Gemeinde Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Denn ursprünglich floss der Bach dort nicht so weit weg von den Häusern, sondern als Trennlinie zwischen Brühler, Schwetzinger und Ketscher Gemarkung direkt hinter der Wohnbebauung entlang des heutigen Wanderwegs – davon künden heute nicht zuletzt die Namen der Bachstraße und des Bachstückerwegs dort. ras

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