Brühl

Eine ewig gute Idee

Archivartikel

Ralf Strauch begeistert sich für die Pfadfinderbewegung im Stil von Baden-Powell

Die Idee entstand 1907. Damals brannte das erste Lagerfeuer von Scouts auf einer Insel in England. Robert Stephenson Smyth Baden-Powell hatte damals erkannt, dass Kinder und Jugendliche Enormes leisten können, wenn man es ihnen einfach mal zutraut und sie eigenständig machen lässt.

Alle Theorie ist grau. Egal, wie oft uns jemand etwas erklärt, wir werden erst wirklich gut lernen, wie es wirklich funktioniert, wenn wir es auch selbst machen. Dieses „Learning by doing“ ist dabei ein bewährtes Konzept der Scouts, das inzwischen in vielen Bereichen angewendet wird.

Nur eben bei der Kindererziehung kommt es häufig nicht mehr zum Tragen. Die berühmten Helikoptereltern trauen ihren Kindern nichts zu, deshalb kontrollieren sie ihren Nachwuchs und nehmen ihnen alles ab – auch die Verantwortung, wenn einmal Fehler gemacht werden. Zu groß ist die Angst davor, die Kinder könnten überfordert oder frustriert werden.

Die Konsequenz aus diesem Verhalten ist, dass Kinder und Jugendliche am Ende unterfordert werden, sie niemals lernen, für ihr Fehlverhalten geradestehen zu müssen, um dessen Folgen auszubügeln. Das führt schnell zu Überheblichkeit oder Unsicherheit. Beides sind Eigenschaften, vor denen die Eltern die Kinder eigentlich bewahren wollen.

Wie erfrischend jung geblieben ist da doch das über 100 Jahre alte Rezept der Jugendarbeit, das Baden-Powell erdacht hat. Ich finde es bewundernswert, wenn Jugendliche „Allzeit bereit“ gemeinsam und ohne gutmeinende Eltern auf Fahrt gehen. In vielen Jahren Jugendarbeit habe ich nur ganz selten erlebt, dass dabei Gravierendes im negativen Sinne passiert ist – positive Erlebnisse hingegen waren zuhauf da.

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