Brühl

KFD Zeit zum Zuhören und für Gespräche beim Oasentag / Pfarrer Erwin Bertsch referiert über zwei Mysterien / Wunder sind in allen Religionen vertreten

Engelsglaube in Theologie hat nichts mit esoterischem Verständnis zu tun

Archivartikel

Brühl-Rohrhof.„Engel und Wunder“ – mit diesen beiden Mysterien beschäftigte sich der Vortrag von Pfarrer Erwin Bertsch, zu dem die katholische Frauengemeinschaft (KFD) Rohrhof eingeladen hatte. Passend zum Thema dekorierten die Frauen den Kiga-Saal mit verschiedenen Engelsfiguren und Bildern und sorgten so gleich für Gesprächsstoff unter den Gästen, teilt die KFD mit.

Der Begriff „Engel“, erläuterte der Pfarrer, kommt aus dem griechischen (angolos) und bedeutet „Sendbote“. Engel seien himmlische Wesen, Gott untergeordnet, ohne eigenen Willen und dienen als Mittler zwischen Gott und den Menschen. Faszinierend sei, führte Bertsch weiter aus, dass Engel in allen Religionen verankert sind, auch im Islam. Hier würden sie in Sure vier erwähnt und seien somit fester Bestandteil des Glaubens. Die göttlichen Boten seien geschlechtsneutral, wechselten aber über die Jahrhunderte immer wieder Geschlecht und Aussehen. Bis auf Gabriel, Michael und Rafael blieben alle anonym. Der einzig „gefallene“ Engel ist Luzifer, der Herr der Unterwelt.

Pfarrer Bertsch wies die Zuhörerinnen darauf hin, dass der Engelsglaube in der Theologie nichts mit dem esoterischen Verständnis für Engel zu tun hat, sondern einzig und allein auf Christus bezogen ist.

Nach einer Kaffeepause und Gesprächen ging es mit den „Wundern“ weiter. Wunder seien zu allen Zeiten aktuell und ebenso wie die Engel, heißt es in der Mitteilung der KFD weiter, in allen Religionen und Kulturkreisen vertreten. Pfarrer Bertsch erläuterte, dass biblische Wundergeschichten im übertragenen Sinn zu sehen sind als „Botschaft des Vertrauens“.

Sensibel für die Nöte der anderen

So würden zum Beispiel „dem Blinden die Augen geöffnet“, um ihn so sensibler für die Nöte seiner Mitmenschen zu machen. Das Neue Testament sei die Grundlage für viele Wundergeschichten. Wunder seien wesentlicher Bestandteil im Wirken Jesu, so zum Beispiel beim Geschenkwunder (Hochzeit zu Kanaa, wunderbarer Fischfang) oder dem Rettungswunder (Wandel über den See). Aber nicht nur in der Theologie fänden sich Wunder, wies Bertsch auch auf die Literatur und die Alltagssprache hin. So heiße es in einem Lied: „Wunder gibt es immer wieder“, oder alles ist „wunderbar“.

Von Albert Einstein stamme das Zitat: „Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: Entweder so, als gäbe es keine Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder.“ Pfarrer Bertsch schloss seinen Vortrag mit den Worten: „Nicht das Wunder ist das Wunder, sondern der Glaube, der dahin führt.“ fr

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