Brühl

Villa Meixner Künstler Mark Blunck zeigt Malerei, Grafik und Skulpturen / Sein Ziel ist es, die Technik der Idee unterzuordnen

Er blickt hinter das Offensichtliche

Archivartikel

Brühl.„Hinter das Offensichtliche geblickt“ heißt der Titel einer Ausstellung in der Villa Meixner, die sich ab Freitag der Malerei, Grafik und Skulptur von Mark Blunck widmet. Wir trafen den Künstler gestern Nachmittag beim Aufhängen und Aufstellen seiner Werke. Der 47-jährige gebürtige Trierer, der an der Universität Koblenz-Landau studierte und seit 1999 im Raum Pirmasens künstlerisch tätig ist, hatte bereits mehrere Einzel- sowie Gruppenausstellungen und war schon vor drei Jahren mit der Pfälzer Künstlergruppe „Die neuN“ in der Villa Meixner zu Gast.

Die Exponate, die Blunck dieses Mal in die Hufeisengemeinde mitbringt, verweisen mit Landschaftsformen und Körpern auf die innere Struktur der Dinge. Die Gemälde mit Acryl und Mischtechniken auf Leinwand und unter Verwendung von Monotypie lassen oft harte Kontraste zu großflächigen Farben zur Geltung kommen. Blunck will „die Technik der Idee unterordnen“, bei den sehr stark strukturierten Arbeiten genügt ihm die Fernwirkung allein nicht. Es sei wie in der Natur, der Aha-Effekt komme oft erst in der Nahansicht, lädt der 47-Jährige den Betrachter zu eigenen Sinneseindrücken und Interpretationsspielraum ein.

Der Künstler aus der kleinen Gemeinde Höheischweiler im Landkreis Südwestpfalz ließ sich bei Reisen durch Norwegen inspirieren und möchte in seinen Bildern vor allem „das Naturerlebnis in mir“ darstellen. Er gibt nur wenig Konkretes vor, so dass der Betrachter alles selbst entdecken kann. „Wir entfernen uns ohnehin zu stark von der Natur und von uns selbst“, möchte Blunck das für jeden anders Mystische des Naturerlebens spürbar werden lassen. Die Bilder, oft ein Motiv mehrmals unterschiedlich komponiert, tragen die Namen der norwegischen Landschaften, nach denen sie entstanden sind.

Abstraktion und Realität

Die Eindrücke pendeln zwischen Abstraktion und Realität. Der Betrachter darf gerne seine eigenen inneren Emotionen mit einbringen. „Unsere Welt ist zu hektisch, wir sind ständig in Bewegung“, plädiert der Künstler, nicht oberflächlich zu bleiben und auch „hinter das Offensichtliche zu blicken“. Manchmal arbeitet Blunck sehr lange an einem Gemälde, vollzieht eine „virtuelle Wanderung“ durch das Bild. Neben den Bildern und Grafiken sind in der Ausstellung auch Holzskulpturen zu sehen, die Blunck mit der Kettensäge herausgearbeitet hat. Filigrane Werke aus einem Stamm, nie klotzig, manche gebeugt, andere langgestreckt. „Skeptisch“, „Ohnmächtig“ und „Extrovertiert“ heißen die Skulpturen einer Dreiergruppe. Die meisten sind nur roh bearbeitet, wichtig sind die Durchbrüche in den Körpern. Wenige Teile sind geglättet und geschliffen. Wie bei den Bildern sollte der Betrachter auch hier den Standort verändern, dann wechselt auch die Wirkung zwischen Wirklichkeit und Imagination.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional