Brühl

Nachruf Winfried Höhn war Macher in der CDU und im Heimatverein / Ein Mann mit großem Herzen

Er war ein gutes Stück Heimat

Brühl.Er war einer, der voller Ideen und Energie steckte – trotz seiner inzwischen fast 80 Lebensjahre. Am Mittwoch starb Winfried Höhn unerwartet nach kurzer, schwerer Krankheit, wie seine Familie jetzt informierte. Vor allem zwei Bereiche prägten sein soziales Leben in Brühl – die CDU und der Heimatverein. Beide Gruppen hatten ihn für seinen unermüdlichen Einsatz mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden gewürdigt.

Zur Welt kam Höhn im November 1941 in Wormditt, Ostpreußen. 1945 sah sich seine Familie gezwungen, zu fliehen. In Mitteldeutschland warteten sie auf den Vater, der drei Jahre in Kriegsgefangenschaft verbrachte.

Aktivposten des Gemeindelebens

Direkt im Anschluss zog die Familie 1948 in die Pfalz in die Nähe von Speyer. Diese Landschaft wurde dabei schnell zu seiner zweiten Heimat. 1969 ging es dann für ihn mit seiner Frau von Mainz nach Brühl weiter. Und auch hier entwickelte er sich rasch zu einem Aktivposten des Gemeindelebens. Politisch zog es ihn in die CDU und bei Vereinen gab es kaum Grenzen. 1970 gründete er zusammen mit seinem langjährigen Wegbegleiter Gerhard Stratthaus das „Brühler Jugendforum“. Damals war Höhn bereits Vorsitzender der örtlichen Jungen Union.

1977 übernahm er den CDU-Vorsitz von Karl Adam Maurer bis ins Jahr 1981. Mit Klausurtagungen, Weiterbildungen und Wahlkampfveranstaltungen stärkte er den Ortsverband. Bei vielen Wahlkämpfen der Brühler CDU stand er künftig als Organisator im Hintergrund und dennoch an vorderster Stelle.

Auch hochwertige gesellschaftliche Veranstaltungen der Christdemokraten fallen in die Zeit seines Vorsitzes wie die legendären Maibälle oder die Modenschauen. Die beliebten Weinproben in der Pfalz organisiert Höhn bis vor wenigen Jahren noch für den CDU-Gemeindeverband.

1976 gründete er die Bürgerinitiative „Ich bin für Brühl“: Damals kämpfte Höhn für die Eingemeindung der Schwetzinger Exklaven auf Gemarkung in die Hufeisengemeinde. Als Mitinitiator der Partnerschaft mit der sächsischen Gemeinde Weixdorf fungierte er bei den ersten demokratischen Wahlen als überparteilicher Helfer und verhalf nicht nur christdemokratischen Kandidaten ins Amt.

Motor des Wahlkampfes

Der verdiente Wahlkampfmanager Winfried Höhn erhielt auf Antrag seiner Partei die Staufer-Medaille des Landes Baden-Württemberg und wurde zum Ehrenvorsitzenden der CDU in der Hufeisengemeinde ernannt.

Aber für Höhn war seine Heimatgemeinde ein wichtiges Zentrum seines Engagements. So gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins für Heimat- und Brauchtumspflege. Wie kein anderer stand er mit seinem Namen für die Historie der Luftschifffahrt in der Gemeinde.

So erhielt er die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Karlsruhe verliehen. Über Jahrzehnte prägte er den Verein für Heimat- und Brauchtumspflege, entwickelte sich in der Erforschung der Ortsgeschichte zu einer wahren Institution. Höhn, so die Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder damals in ihrer schriftlichen Laudatio, habe sich als Gründungsmitglied, als erster und zweiter Vorsitzender, als Beirat und schließlich als Ehrenmitglied bei der Aufarbeitung und Aufbereitung der Ortsgeschichte von Brühl verdient gemacht.

Sein Tod reißt eine Lücke, die auch menschlich nur schwer zu füllen ist. Aufgrund der Corona-Situation können viele von Höhns Freunden aus der CDU nicht zur Beerdigung kommen. Daher will die Ortspartei zum ersten Todestag von Winfried Höhn, „wenn alle geimpft werden konnten, eine Gedenkfeier für ihn ausrichten“. ras

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