Brühl

Tradition Wolfgang Reffert ist neuer „Owwerkerweborscht“ / Lebkuchenherzen für die Kinder

Er will Zusammenhalt stärken

BRÜHL.Viele waren gekommen, die sich ab 13 Uhr am Samstag beim Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr zum Spielmannszug der Floriansjünger, den Salut-Schützen SG Brühl 1907 und – erstmalig beim Umzug dabei – dem gut gelaunten Trupp des Buffalo’s Country Club sowie zu den Kindern des Sonnenscheinhorts und der Kindergärten gesellten. Schon zum 35. Mal hatte man sich getroffen, um der lieb gewonnenen Tradition des „Ausgrabens der Kerwe“ zu frönen.

Noch war es ein Geheimnis, wer der Auserwählte sein würde, der mit dem Auffinden des Weins und des Zwiebelkuchens auf seinem Grundstück als neuer „Owwerkerweborscht“ den bisher amtierenden Hans Zelt ablösen durfte. Auch Altbürgermeister Günther Reffert, der erste oberste Borscht in der Geschichte der Hufeisengemeinde, konnte es auf Nachfrage nicht sagen, reagierte aber mit verdächtig verschmitzt wirkender Entrüstung: „Aber das ist doch geheim!“, einer Aussage, der sich der Bürgermeister Dr. Ralf Göck mit einen Lächeln auf den Lippen nur anschließen konnte.

Ausgraben geglückt

Der Zug setzte sich zu den Klängen von „Blau blüht der Enzian“ in Bewegung und lockte mit der „Jäger aus Kurpfalz“ und dem Badnerlied bei seinem Weg durch die Straßen zahlreiche Neugierige aus ihren Häusern. Mit sichtlicher Freude war auch wieder das Kerwebrautpaar Herbey und Renate Mehnert dabei, denen die Aufgabe des Ausgrabens zuteil werden sollte. Vor dem Haus des Auserwählten angekommen, ergriff der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Vereine, Wolfram Gothe, das Wort, wobei der bekannte Gemeinderat, Künstler und Bäcker auch seine Qualitäten als Moderator unter Beweis stellen konnte.

Zaghaft trat der neue, oberste Gute-Laune-Bringer vor die Tür, bei dem es sich um Wolfgang Reffert, den Sohn des Ex-Bürgermeisters, handelte. Die Kindergarten- und Hortkinder kamen der Aufforderung, die „Kerwe zu suchen“, nach und wurden nicht nur nach kurzer Zeit fündig, sondern fingen auch schon an, mit bloßen Händen zu graben, bis Herbey Mehnert mit einem Spaten half, die Kerwe zu heben. Nach weiteren Liedern wie „Losst uns zur Kerwe gehn“ schossen die Salutschützen mit drei Salven die Kerwe ein. Der Aufforderung im letzten Lied „Auf Ihr Brühler“ kam der Tross gerne nach und begab sich mit musikalischer Begleitung zum Messplatz. Standesgemäß wurde der Owwerkerweborscht in der Piaggio-Cabrio-Rikscha gefahren, begleitet vom seinem elfjährigen Sohn Fabian. Unter den Gästen befand sich auch Sabrina Krause aus Brühl, begleitet von ihren Söhnen Matts (5) und Samu (3): „Ich bin das erste Mal hier. Toll, dass die Kinder alle Lebkuchenherzen und eine Gratisfahrt mit dem Karussell bekommen, da freuen sie sich jetzt schon drauf.“ Auf der Festbühne angelangt, bekam der Alt-Owwerkerweborscht erst einmal eine neue Ernennungsurkunde überreicht, da Zelt die alte laut Gothe seinem Ziegenbock gezeigt habe, leider mit schockierenden Folgen. „Der hot se eefach gefresse“, was das Publikum mit allgemeiner Heiterkeit quittierte. Die Übergabe der „Krott“, des Kerwezepters von Hans Zelt an seinen Nachfolger, besiegelte den Amtsantritt des neuen Repräsentanten der Brühler Kerwe.

Wolfgang Reffert freute sich über seine Ernennung: „Als meine Aufgabe sehe ich an, den Menschen viel Freude zu bringen, den Zusammenhalt zu stärken und dafür zu sorgen, dass dabei viel gefeiert wird.“ mon

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