Brühl

Fasnacht Narren lassen die Macht in der Gemeinde in den Händen der Gemeindeverwaltung / Bilderaktion für einen digitalen Karnevalsumzug / „Göggel“ und „Kollerkrotten“ halten Kontakt zu Mitgliedern

Erinnerungen sollen virtuellen Frohsinn bieten

Brühl.Eigentlich würde in der Hufeisengemeine jetzt von der Schlüsselübergabe an die Narren vor dem Rathaus berichtet werden, von Eröffnungsbällen und Vorbereitungen auf eine närrische Kampagne. Doch, obwohl der Frohsinn in Pandemiezeiten wichtiger denn je wäre, ist wegen der Einschränkungen zum Schutz vor Infektionen an karnevalistisches Treiben nicht zu denken. „In dieser Kampagne wird gar nichts mehr laufen“, sagt Christian Nordheim, Präsident der „Rohrhöfer Göggel“, mit viel Wehmut in der Stimme.

Er hofft zwar immer noch, den Ehrungsnachmittag im kleinsten Rahmen zu Aschermittwoch, dem letzten Tag, an dem man nach närrischen Regeln im Ornat unterwegs sein darf, anbieten zu können. Aber: „Groß ist die Hoffnung nicht. Vielleicht gibt es in dieser Kampagne von den Dachorganisationen immerhin Sonderregeln, dass wir den Termin im Sommer mit unseren Kitteln, Kappen und Orden nachholen können.“

„Die Kampagne fehlt mir schon sehr“, sagt er und ist damit offensichtlich nicht allein. Denn gerade in dieser Zeit der Einschränkungen würde der Frohsinn ein wenig ablenken – doch die körperliche Gesundheit von Mitgliedern und Gästen habe eben absolute Priorität.

Einen närrischen Lichtblick könnte es allerdings geben. So wird aktuell geprüft, ob die „Göggel“ kleine Filme und Fotos vergangener Veranstaltungen zu einer virtuellen Prunksitzung zusammenstellen können. Kann man so die Mitglieder bei der Stange halten? „Ja, weil wir zudem Trainingseinheiten und kleinere Treffen online anbieten“, sagt Nordheim. Es sei allerdings schwer, die Motivation über einen langen Zeitraum aufrechtzuerhalten, wenn ohne das Ziel eines Auftritts in dieser Kampagne trainiert werde. Dennoch scheint die Rechnung aufzugehen. „Wir haben in der Corona-Zeit sogar noch Neueintritte zu verzeichnen“, sagt er.

Digital und abstandsreich

Auch die Brühler „Kollerkrotten“ sind digital aktiv, es habe sogar eine virtuelle Eröffnungssitzung mit Höhepunkten der vergangenen Jahre gegeben, und für Fasnachtssamstag sei eine aktuelle Sitzung online angedacht, verrät Präsident Stefan Röger. Sogar einen digitalen Stammtisch gibt es. Und zu Weihnachten, gerade rechtzeitig vor dem Lockdown, habe man alle Mitglieder besucht und kontaktlos an der Wohnungstür beschert. „Das ist sehr gut angekommen“, gibt Röger die Stimmung wieder. Das größte Problem sei, dass durch den Wegfall der Veranstaltungen keine Einnahmen für die laufenden Kosten generiert werden könnten. „Aber da sollten wir nicht jammern, wenn man die hohen Infektionszahlen sieht oder diejenigen, die um ihre wirtschaftliche Existenz fürchten müssen“, ordnet er die Lage ein.

Dass diesmal kein Fasnachtszug stattfinden könne, sei bedauerlich, betont Röger. Deshalb werden unsere Zeitung und die „Kollerkrotten“ am Fasnachtsdienstag einen virtuellen Umzug organisieren: Schicken Sie uns die schönsten Bilder, die Sie von Brühler Fasnachtszügen der vergangenen Jahrzehnte haben, bis zum Schmutzigen Donnerstag, 11. Februar, zu. Wir gestalten aus den schönsten Aufnahmen für Fasnachtsdienstag eine bunte Narrenparade!

Info: Bilder vom Rathaussturm 2020 gibt es bereits unter www.schwetzinger-zeitung.de

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