Brühl

Ferienprogramm Pausenhof der Schillerschule wird mit Unterstützung der AVR zu einer kleinen Papiermanufaktur

„Es sieht fast aus wie Kartoffelbrei“

Brühl.Zwischen zwei Bäumen auf dem Schulhof der Schillerschule ist eine Leine gespannt. Das erste selbst gemachte Papier ist schon mit roten Wäscheklammern an der Leine befestigt. Auf den Tischen daneben stehen zwei gelbe Wasserbehälter mit zerkleinerten Zeitungsschnipseln drin. „Ich sage den Kindern immer, dass es aussehen muss wie Kartoffelbrei“, sagt Angelika Kerner, Abfallbeauftragte der AVR-Kommunal-Gesellschaft. Gemeinsam mit den 14 Jungen und Mädchen stellt sie beim Ferienprogramm der Gemeinde in einer kleinen Papiermanufaktur selbst Papier her – und das ist gar nicht so kompliziert wie es klingt. Das stellt auch Robert Kollinger vom Ordnungsamt fest, der zur Unterstützung dabei ist.

Zu Beginn müssen die kleinen Zeitungsschnipsel in einem Behälter mit Wasser eingeweicht und mit dem Mixer verquirlt werden. Der Papiermatsch kommt danach in kleine Behälter, die dann nach und nach in die gefüllten Wasserschüsseln geschüttet werden. Nun beginnt für die Kinder die eigentliche Arbeit. Ein roter Rahmen mit Gitternetz muss in das Wasser getaucht werden, um die Papierschnipsel mit dem Sieb einzufangen. Die Geschwister Dana (10) und Lars (7) wissen bei ihrem zweiten Papier schon genau, wie es danach weitergeht. Dana hält den Rahmen und Lars wischt mit einem Tuch kräftig über die Unterseite, „damit es richtig trocken wird“. Danach ist das Papiermachen aber noch nicht vorbei.

Wasser kräftig wegrollen

Anna (9) und Emil (6) haben das Papier bereits trocken gerieben und kommen jetzt zum nächsten Schritt. Um das Papier gleichmäßig zu machen, legen sie es zwischen zwei Pappen. „Jetzt müssen wir mit dem Nudelholz kräftig drüberrollen. So geht auch das letzte bisschen Wasser aus dem Papier“, erklärt Anna. Vorsichtig lösen sie das selbst gemachte Papier von der Pappe und hängen es an die Leine, damit es endgültig trocken kann.

Kollinger freut sich besonders, dass auch die zwei Flüchtlingsschwestern, Sevita (12) und Toba (10), am Ferienprogramm teilnehmen. Beide sind mit viel Spaß bei der Sache und freuen sich schon darauf, dass fertige Papier mit nach Hause zu nehmen.

Dana findet das Programm besonders spannend, weil sie gerne malt. „Von Topmodel gibt es Sachen zum Ausmalen. Da male ich dann meine Kleidung, die ich daheim habe auf und kann so kombinieren welche meiner Outfits gut zusammenpassen“, erzählt sie mit einem Strahlen. Und vielleicht wird sie mal eine große Designerin und erinnert sich an das Ferienprogramm zurück, wo sie gelernt hat, wie man aus altem Zeitungspapier neues Papier machen kann.

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