Brühl

Schillerschule Kinder basteln, malen und kleben im Schwimmbad / Jungen und Mädchen der Klasse 1a erschaffen beim Projekt Unterwasserwelten

Freibad wird zum Künstleratelier

Archivartikel

Brühl.Die siebenjährige Emma aus der Klasse 1a der Schillerschule sitzt konzentriert vor einem großen Blatt Papier, das sie in verschiedenen Blautönen angemalt hat. Mit einer Schere schneidet sie grüne Algen und lilafarbene Fische aus, die sie später auf ihre Unterwasserwelt klebt. „Es macht mir total Spaß“, erklärt sie, während sie Algen, Steine und Fische auf dem Bild anordnet. Neben ihr sitzt Klassenkameradin Anna, die ebenfalls Meeresbewohner für ihre Unterwasserwelt bastelt.

„Ich mache Seesterne, Muscheln und Fische für mein Bild“, erzählt sie und zeigt einen der kleinen Fische. Das fertige Bild, da sind sich beide einig, werden sie auf jeden Fall in ihren Zimmern aufhängen.

Seit rund einer Woche kommen verschiedene Klassen der Schillerschule – hauptsächlich dritte Klassen – für ein Kunstprojekt ins Freibad, malen und basteln gemeinsam mit professionellen Künstlern wie Michael Fuchs. „Wir haben hier für das Ferienprogramm eine Kunstwerkstatt aufgebaut, die nun die Schillerschüler zum Schuljahresende für verschiedene Projekte nutzen dürfen“, erzählt Bäderleiter Patrick Berndt von der Kooperation mit der benachbarten Schule. Der Fokus liege auf den Werken des Künstlers Hundertwasser, der vor allem für seine bunten Bilder und Zwiebeltürme bekannt ist. „Wir wollen hier im Freibad eine Geschichten- und Leseecke im Stil des Malers und Architekten entstehen lassen“, meint Berndt. Auch dieses Projekt wird die Schillerschule voraussichtlich begleiten. So könnten die Schüler vielleicht ein Modell der Geschichten- und Leseecke im Hundertwasser-Stil basteln, das dann als Vorlage für das Freibad dienen könnte.

Fantasiewesen aus Abfall

„Hier im offenen Atelier haben wir jede Menge Materialien und Farben“, erklärt der Bäderleiter, während er durch die offenen Zelte geht, vorbei an Tischen mit Farbpaletten und Regalen mit Bastelutensilien. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Aus Materialien wie alten Plastikflaschen, Obstnetzen und Holzstäbchen hat eine Klasse beispielsweise Fantasiewesen gebastelt, die nun im Wind an einer Schnur hin und her wehen. Während die Klasse 1a, die vergangene Woche schon einmal im Schwimmbad beim Kunstprojekt war, an ihren Unterwasserwelten arbeitet, stehen Klassenlehrerin Sandra Butscher und Künstler Michael Fuchs mit Rat und Tat zur Seite. Sie schneiden, kleben und malen und Stück für Stück füllen sich die Blätter vor ihnen.

„Die Corona-Verordnungen sind und bleiben natürlich ein Thema“, sagt Berndt. Die Abstände müssen jederzeit eingehalten werden, in den Toiletten gilt die Maskenpflicht und am Eingang steht erst einmal Hände desinfizieren auf dem Programm. „Wir haben hier allerdings den Vorteil, dass wir im Freien und die Zelte, die als Regen und Sonnenschutz dienen, offen sind. Am Ferienprogramm dürfen maximal 20 Kinder pro Gruppe teilnehmen; bei den Schulklassen sind es ein wenig mehr.“ Zum Reinigen der Pinsel und Farbpaletten haben die Verantwortlichen außerdem extra ein Waschbecken montiert, so dass die Sanitäranlagen nicht mit Farbe beschmutzt werden. Zum Ferienprogramm sagt der Bäderleiter: „Für die Gemeinde war es wichtig, dass es für die Kinder ein Alternativprogramm gibt, wenn das Freibad geschlossen bleibt.“ Dass nun auch einige Schulklassen davon profitieren, sei optimal. Und die haben sichtlich Spaß: Hier wird ein Seestern ausgeschnitten, dort ein Fisch zum Leben erweckt. Wenn die Schüler wegen des Virus dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren können, dann basteln sie sich eben ihr eigenes Paradies.

Info: Weitere Bilder gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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