Brühl

Würdigung Redner würdigen die Verdienste in 33 Jahren als Gemeinderat / Organisator zahlreicher Feste hat das Gesicht Brühls nachhaltig geprägt

Fuchse-General ist jetzt Ehrenbürger

Brühl."Er war schon als Kind beim Spielen immer der Häuptling. Wenn wir Lausbuben waren, war er der Oberlausbub", erinnerte sich Ehrenbürger und selbst ernannter "Uralt"-Bürgermeister Gerhard Stratthaus in seiner kleinen Ansprache an die gemeinsame Kindheit in der Luisenstraße. "Der Fuchse-General, wie er genannt wurde, sorgte immer für Aufsehen", sagte Stratt-haus und schmunzelte, "eigentlich macht er das heute noch".

Gestern sorgte Werner Fuchs für ein solches Aufsehen. Er wurde für seine unermüdlichen Verdienste um die Gemeinde nach dem Abschied aus dem Rat während eines Festaktes in der Villa Meixner in den erlauchten Kreis der Ehrenbürger aufgenommen.

Bevor er ihm die Ernennungsurkunde überreichte, blickte Bürgermeister Dr. Ralf Göck auf die Verdienste des zehnten Ehrenbürgers in der Brühler Geschichte zurück. Im Oktober 1984 wurde er zum ersten Mal auf der Liste der SPD in den Gemeinderat gewählt. "Damals war der waschechte Brühler aus der Luisenstraße 41 Jahre alt, beim Fußballverein und in diversen anderen Vereinen ganz engagiert gewesen und das sollte er auch im Gemeinderat fortsetzen", so das Gemeindeoberhaupt. "Wenn der Fuchse Werner was ofängt, dann wird des rischtisch gemacht", zitierte Göck das Lebensmotto von Fuchs, an das er sich heute noch halte. Mitmachen, einfach um dabeizuhocken, gebe es bei Werner Fuchs nicht, er wolle immer machen und damit gewinnen.

Werner Fuchs habe sich schnell etabliert und sei zum anerkannten Ansprechpartner vieler Bürger, die einen Fürsprecher für ihre Projekte suchten, geworden. Dabei habe er stets zweierlei sehr gut gekonnt: Er vertrat die Interessen der Menschen sehr wirkungsvoll, wenn er dahinterstehen konnte, aber er schaffte es auch, es den Leuten klarzumachen, wenn ihre Anliegen undurchführbar waren. Mit dieser direkten Art und dem ihm eigenen "Brühler Charme" habe er sich schnell Freunde im Gemeinderat gemacht. Und so wurde Fuchs schon in seiner ersten Legislaturperiode Fraktionsvorsitzender der SPD. "Das zeigt aber auch sein diplomatisches Geschick und seine zupackende Art", bilanzierte Göck.

Es sei ihm gelungen, die Fraktion und Partei zusammenzuhalten und mit neuen attraktiven Kandidaten aufzufrischen. "Er schaffte das mit großem Einsatz, mit vielen Hintergrundgesprächen und mit gemeinsamen Aktionen wie dem Gänsweidfest oder dem Nikolausmarkt, mit denen er die Gruppe zusammenschweißte", urteilte Göck. Gemeinderat und Fest-Organisator seien für Fuchs in den 1980er und 1990er Jahren zur Lebensaufgabe geworden.

"Gemeinderat mit Leib und Seele"

Nach seinem Wechsel zu den Freien Wählern habe Fuchs dort "natürlich die meisten Stimmen geholt" und wurde sowohl Bürgermeisterstellvertreter als auch Fraktionsvorsitzender und Kreisrat.

"Fuchs bringt nach wie vor seinen gesunden Menschenverstand in die Politik ein, er weiß, wie das Volk denkt, und er denkt vor allem an die kleinen Leute", würdigte Göck den Geehrten. Sein Geschick sei es, mit allen sprechen zu können, Meinung machen zu können, aber so flexibel zu sein, seine Meinung, wenn nötig, auch wieder ändern zu können. "Werner Fuchs war also 33 Jahre lang Gemeinderat mit Leib und Seele", unterstrich der Bürgermeister in seiner Laudatio. Und zudem sorgte er mit geselligen Veranstaltungen und der Umrahmung von offiziellen Veranstaltungen für ein gutes Klima über Fraktionsgrenzen hinweg.

Aber er leiste Vieles darüber hinaus für die Gemeinde. So sei er ein ganz wichtiger Motor für die Straßenkerwe, habe Ideen beim legendären Auftritt bei der RNF-Sommertour 2004 eingebracht und beim Gemeindejubiläum 2007 mitgewirkt. "Wir begeistern mit solchen Veranstaltungen Zehntausende von Menschen aus der Region", bilanzierte Göck.

Als dienstältester Gemeinderat ehrte Roland Schnepf (SPD) den neuen Ehrenbürger. Luisenstraßenfest, Kerwe, Kerweborscht, Büttenredner in der Fasnacht, Organisator des Gänsweidfestes und SPD-Weihnachtsmarktes, die Ausstattung der Steffi-Graf-Stube in der "Ratsstube", sowie Ausflüge, Wilddieb-Essen und Nikolausfeier des Rates nannte er als Meilensteine im Leben des Geehrten. Fuchs habe sich als sozial denkender und für die Bürger handelnder Kommunalpolitiker "mehr als redlich die Ehrenbürgerwürde verdient", schloss Schnepf.

Anekdoten aus der Kindheit

Über seinen Nachbarn aus Kindheitstagen hatte Stratthaus einige amüsante Anekdoten parat, die vom Toben auf den Erdhügeln der Ziegelei Eder über das "Organisieren" von Früchten bis zum Fußballspielen auf der Luisenstraße reichte. "Damals hat er die Fähigkeiten entwickelt, die er dann im Gemeinderat ausgelebt hat", meinte Stratthaus.

Als Sprecher der Kerweborscht würdigte Wolfram Gothe "Reformer, Erneuerer und Organisationstalent" Fuchs, der ihm in verschiedensten Bereichen seines Lebens ein großes Vorbild gewesen sei.

Und wie dankte Fuchs für die Lobesworte? Natürlich mit einer Büttenrede, in der er Brühl und Rohrhof eine Liebeserklärung machte. "Und allerliebsten Dank für die ganz tollen Worte", so Ehrenbürger Fuchs.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel