Brühl

Gemeinderat Kommune rechnet Abwasserentsorgung ab

Gebühren werden noch nicht erhöht

Brühl.Das Jahresergebnis der Abwasserbeseitigung weist für 2017 ein Minus aus. Zwar schloss der Bereich der Schmutzwasserentsorgung, also alles, was aus den Häusern über die Leitungen in die Kanalisation gespült wird, mit einem Plus von knapp über 15 000 Euro, wie Bürgermeister Dr. Ralf Göck in der Gemeinderatssitzung erklärte. Doch bei den Niederschlagswassergebühren, also dem, was an Regenwasser von versiegelten Flächen und Dächern in die kommunalen Leitungen fließt, gab es eine Unterdeckung – fast 85 000 Euro fehlten. Aufaddiert bleiben also 70 000 Euro als Unterdeckung an der Gemeinde hängen.

Allerdings, so Göck, könne das Defizit durch Rückstellungen ausgeglichen werden. 2015 war auch beim Niederschlagswasser ein Überschuss erwirtschaftet worden, der genau für solche Ausgleichszahlungen auf die hohe Kante gelegt worden war. Doch dieses Polster werde weiter schmelzen, blickte der Rathauschef voraus. Die Aufwendungen für die Kanäle werden auf hohem Niveau bleiben, da Schäden zu sanieren seien. In der Verbandskläranlage stünden ebenfalls größere Investitionen an, die sich auch für Brühl niederschlagen werden.

„Vor diesem Hintergrund erscheint es der Verwaltung sinnvoll, die nächste Gebührenanpassung im Jahr 2020 vorzunehmen“, betonte der Bürgermeister. Bis dahin noch angesparte Gebührenüberschüsse des einen Bereichs könnten die Defizite des anderen bei der Abwasserentsorgung abfedern.

„Geld gehört den Bürgern“

Dieser Einschätzung schloss sich Wolfgang Reffert (CDU) an. „Das Geld gehört den Bürgern“ fasste er zusammen und begrüßte, die Minusbeträge zunächst durch Rücklagen auszugleichen, die dann nicht weiter im Sparstrumpf schlummerten. Roland Schnepf (SPD) betonte zwar mit einem Augenzwinkern, dass ein Staat ohne Geld pleite wäre, doch den Gebührenanpassungen nicht vor 2020 stimmte er genauso zu wie Thomas Zoepke (FW).

Ulrike Grüning (GLB) hatte zwar, wie sie erklärte, „Bauchschmerzen“, weil sich durch die Finanzjonglage die Wirklichkeit der Kosten nicht realistisch abzeichne („Irgendwann müssen wir die Gebühren beim Niederschlagswasser anpassen.“), aber auch sie stimmte – wie alle anderen Ratsmitglieder – der vorgestellten Vorgehensweise zu. ras

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