Brühl

Blaulicht Vorbeikommenden Zeugen fällt die laute Feier auf

Großfamilie trifft sich trotz Corona

Brühl.Nicht nur in Nußloch hat die Polizei am Samstag, 9. Januar, gegen Abend das Treffen einer Großfamilie aufgelöst. Auch in Brühl wurde von einer Familie im Süden der Gemeinde mit Gästen aus dem gesamten Südwesten und der Schweiz fröhlich gefeiert – allen Corona-Auflagen zum Trotz.

Gegen Abend hatten vorbeikommende Zeugen die, wie sie berichteten, nicht unbedingt leise Feier in dem betreffenden Zweifamilienhaus bemerkt und das Revier in Neckarau auf das private Treffen aufmerksam gemacht. Von der offensichtlich großen Zahl von Teilnehmern zeugten auch die vielen Autos und das hohe Müllaufkommen vor diesem Anwesen. Schon nach kurzer Zeit rückten die Beamten mit acht Uniformierten und mehreren Streifenwagen in der betreffenden Straße nahe der Villa Meixner an.

Nachdem der Polizei, anders als bei einer Meldung kurz vor Weihnachten, diesmal die Haustür geöffnet wurde, zeigten sich die Polizeibeamten ziemlich überrascht, dass sie in den beiden dortigen Wohnungen der Großfamilie insgesamt 33 Personen feststellen konnten. Das sind gut sechsmal so viele, wie eigentlich erlaubt sind. Die Schutzbehauptung der Festgesellschaft, es seien nur Personen im Haus, die dort wohnen würden, beziehungsweise zwei seien Übernachtungsgäste, wurde durch die Kontrolle der Personalien von den Beamten schnell widerlegt. Sie stammten vielmehr aus mehreren Hausständen der weiteren Umgebung. Darunter befanden sich Teilnehmer aus Süddeutschland, dem Saarland und der Schweiz. Die Zusammenkunft wurde unverzüglich aufgelöst.

Und wie sich herausstellte, hatten einige der Teilnehmer zuvor schon an dem Treffen in Nußloch teilgenommen.

Nicht die erste Beschwerde

Wie Anwohner der betreffenden Straße berichteten, sei dies nicht die erste große Feier in dem Anwesen der Großfamilie gewesen – es hätten seit dem vierten Advent, regelmäßig Feste dort stattgefunden. Allerdings habe man nach dem konsequenzlosen Abzug der Beamten, weil nicht geöffnet wurde, kurz vor Weihnachten wenig Sinn darin gesehen, erneut die Treffen, die der Corona-Verordnung massiv widersprochen hätten, zu melden. Diesmal jedoch griffen die Beamten der Polizei durch. Den überzähligen Gästen wurde ein sofortiger Platzverweis ausgesprochen, sie mussten das Anwesen unter Aufsicht der Streifenbeamten umgehend verlassen. Die Polizei nahm zudem die Personalien aller anwesenden Erwachsenen dieses großen Familientreffens auf. Sie bekommen nun, wie es seitens der Behörden heißt, jeweils eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Corona-Verordnung.

Die Familienmitglieder, die sich insgesamt eher uneinsichtig gezeigt haben sollen, wie Zeugen des Polizeieinsatzes berichteten, erwartet nun ein wohl hohes Bußgeld. sz/ras

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