Brühl

Bauvorhaben 2,8-Millionen-Projekt in der Albert-Einstein-Straße erntet bei den Fraktionen viel Lob / Günstige Mieten angepeilt

Grünes Licht fürs Gemeindewohnhaus

Brühl.Den Startschuss für ein Bauprojekt gab der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Einstimmig wurde das Architekturbüro Barucco – Pfeiffer aus Darmstadt beauftragt, ein Gemeindewohnhaus mit zwölf Wohneinheiten in der Albert-Einstein-Straße (wir berichteten) zu planen und dann zu realisieren. Die Bauauftragung dazu soll phasenweise erfolgen. Architektin Lisa Barucco hatte dem Rat zuvor die Machbarkeitsstudie vorgestellt.

Mit einem Blick auf die bisherigen Planungsideen urteilte Bürgermeister Dr. Ralf Göck, dass sich das Gebäude gut in die Reihe der geplanten vier Gebäude der Pflege Schönau einfügen würde. Vorgesehen ist ein Flachdachbau mit einem großen, lichtdurchfluteten Treppenhaus. Überhaupt würde das Mehrfamilienhaus den vier anderen, sehr exklusiv gestalteten Bauten „architektonisch nicht nachstehen“, wie Göck nicht ohne Stolz betonte.

Barucco präsentierte die derzeitigen Vorstellungen für das Gebäude mit seinem Dutzend an Wohnungen ganz unterschiedlicher Zuschnitte. Insgesamt sei ein robustes Gebäude vorgesehen, das möglichst wenig Wartung erfordere, erklärte die Architektin das Konzept. Obwohl so nur wenig Technik zum Einsatz kommen soll, seien die energetischen Ziele sehr hochgesteckt, um ökologischen Aspekten Rechnung zu tragen und Nebenkosten niedrig zu halten. Das Erdgeschoss soll als Hochparterre gebaut werden, um dort eine gewisse Privatsphäre zu erreichen, weil nicht einfach ins Fenster geschaut werden könne, zum anderen um eine Tiefgarage mit sechs Plätzen im Keller zu ermöglichen.

Parkplätze im Blick behalten

Die Parkplatzsituation hatte nämlich ein wenig Probleme bereitet, ergänzte Göck. Insgesamt seien 18 Stellplätze notwendig. Zwölf davon habe man auf dem Grundstück unterbringen können, so dass noch sechs geschaffen werden mussten. „Wir können ja schließlich nicht von anderen Bauherren immer die Ausweisung der vorgegebenen Abstellplätze fordern und dann im eigenen Projekt eine Ablöse für die zu geringe Zahl ins Auge fassen“, meinte Göck.

Außerdem stimmte der Rat dem Finanzierungsmodell zu. Es basiert auf dem aktuellen Wohnbauförderprogramm des Landes Baden-Württemberg und kombiniert günstige Darlehenskonditionen der L-Bank mit Tilgungsvorteilen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) miteinander. Das Land gewährt zusätzlich eine Subvention. Allerdings sind die derzeit kalkulierten Bausummen von rund 2,78 Millionen Euro höher als die maximal förderfähigen Kosten. Der Differenzbetrag von etwa 688 000 Euro soll aus eigenen Mitteln – dazu zählt auch das Grundstück – und Fremdkapital – hier liegt der Zinssatz bei einer Laufzeit von 25 Jahren bei 1,53 Prozent – ausgeglichen werden, erklärte Bürgermeister Göck. Durch dieses Konzept könne man den späteren Mietern „sensationell niedrige Quadratmeterpreise“ bieten.

Barucco hatte noch einen Preisvergleich zwischen dem neuen Projekt und dem bis 2015 gebauten Gemeindewohnhaus in der Rohrhofer Straße vorgestellt. Das Fazit war, dass das bestehende Haus rund eine halbe Million Euro günstiger gewesen sei. Dies begründete sie mit dem gestiegenen Baupreisindex und den Mehrkosten durch das hochwertige Energiekonzept.

Göck ging noch darauf ein, warum die Gemeinde auf den sozialen Wohnungsbau bei der Planung des Gebietes am Schrankenbuckel verzichtet habe und stattdessen eine finanzielle Lösung mit dem Investor gefunden habe, um nun selber zu bauen. Erstens sei die Bindung für Mieter mit Wohnberechtigungsschein deutlich kürzer gewesen und zweitens hätte die Gemeinde weniger Entscheidungsbefugnis bei der Vergabe der Wohnungen gehabt.

An Nachfrage orientiert

Für die CDU begrüßte Hans Faulhaber das vorgestellte Konzept. Der Bedarf an solchen Wohnungen, insbesondere den kleineren Einheiten, läge auf der Hand. Die Machbarkeitsstudie habe überzeugt, dass man dort „sozialen Wohnungsbau mit besonderem Flair“ verwirklichen könne.

Die Schaffung von sozialem und barrierefreiem Wohnraum habe für die Freien Wähler oberste Priorität, erklärte Heidi Sennwitz. Das Gebäude sei so geplant, dass es den Beziehern von Wohnberechtigungsscheinen einen Mix biete, der sich an der tatsächlichen Nachfrage orientiere. „Wir freuen uns auf die Realisierung dieses sozialen Projektes, das in der Region nicht so schnell seines Gleichen finden wird“, so die FW-Sprecherin.

„Phänomenale Finanzierung“

Aus Sicht der SPD sah Roland Schnepf mit diesem Bau die seit vielen Jahren immer wieder geforderte Fortsetzung des sozialen Wohnungsbau als derzeit erfüllt an. Man könne somit schon bald und in Eigenregie bezahlbaren Wohnraum anbieten. „Die Finanzierung ist phänomenal“, urteilte er noch und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Mieter dort Ende des nächsten, Anfang des übernächsten Jahres einziehen könnten.

Ulrike Grüning (GLB) begrüßte das Energiekonzept und unterstrich, dass dieses offen wirkende Gebäude gut zu den Planungen der Pflege Schönau passe. Die Finanzierung überzeuge dank der großzügigen Förderung durch das Land. Schließlich regte Grüning noch an, die Dachflächen für eine gärtnerische Nutzung freizugeben. ras

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