Brühl

Hungermarsch Zahlreiche Projekte rund um den Globus können sich über Geldspenden freuen / Organisatoren ziehen eine positive Bilanz der jüngsten Aktion

Helfer erwandern Schritt für Schritt 48 618 Euro

Archivartikel

Brühl.Der kleine Raum im Pfarrhaus war schnell gefüllt. Die Verantwortlichen aus den fünf beteiligten Gemeinden – Oftersheim, Brühl, Ketsch, Plankstadt und Schwetzingen – trafen sich im Nachgang des 35. Hungermarsches, der im Juni rund um die Hufeisengemeinde stattgefunden hatte. Es ging darum, die Verwendung der zusammengetragenen Spendengelder bekanntzugeben.

Helmut Mehrer, federführend für die gastgebende Gemeinde, begrüßte alle Teilnehmer – allen voran Waltraud Scherer, die als Schatzmeisterin eine besondere Rolle bei diesem Treffen spielte, mit einem Psalm zum Erntedank und schlug so die Brücke zu den reich erschlossenen finanziellen Quellen, die zugunsten der Projektpartner in Afrika gesammelt werden konnten.

Schatzmeisterin Scherer hatte allen Grund zur Freude, als sie die Spendensumme von 48 618,17 Euro verkündete, die während des Hungermarsches durch viel Engagement und Herzblut aller Beteiligten eingenommen worden seien. Darauf folgte die Bekanntgabe der Verteilung der einzelnen Summen auf die jeweiligen Projekte. So gehen Spenden in Höhe von 9400 Euro an die Brühler Förderaktionen; 5600 Euro an Ketscher; 5000 Euro an Plankstadter; 12 400 Euro an Oftersheimer und 16 900 Euro erhalten Schwetzinger Projekte.

Von der Kurpfalz aus gehen die Gelder an Projekte in verschiedenen Ländern. Die Vertreter der Pfarrgemeinden erläuterten die jeweilige Verwendung der von ihnen eingenommen Spenden und der dahinterstehenden Hilfsprojekte.

Bildungsarbeit wird unterstützt

Die Brühler Gruppe wird einen Anteil von 4700 Euro an die Missionsschwestern vom Kostbarem Blut in den Usambara-Bergen in Tansania spenden. Dort soll für Waisenkinder ein Acker gekauft werden, um darauf ein kleines Haus zu bauen und Gemüse anzupflanzen. Mit den Spendengeldern kann zudem eine Schule für Kinder aller Religionen um eine Küche mit Speisesaal erweitert werden. Dem gleichen Projekt fließt auch die komplette Spendensumme aus der Gemeinde Ketsch zu.

Ein weiteren Anteil von 4700 Euro aus dem Brühler Topf erhält die westafrikanische Partnergemeinde Dourtenga in Burkina Faso zur Förderung des Baus einer Berufsschule. Plankstadt fördert mit seinem Erlös von 5000 Euro ein im rumänischen Karansebesch gegründetes Caritas-Projekt für Kinder aus sozial schwachen Familien. Darüber hinaus geht ein Teil der Spenden an die Benediktinerabtei in Mvimwa im ostafrikanischen Tansania, die finanzielle Hilfe für ihre Secundary-School der Außenstelle in Sumbawanga benötigen.

Der Großteil der Spendensumme in Höhe von 8000 Euro aus der Gemeinde Oftersheim wird von dort aus der Aidshilfe in Südafrika übermittelt; 1400 Euro gehen zudem an ein weiteres Hilfsprojekt in Bolivien, weitere 1000 Euro an das Waisenhaus im philippinischen Bulacan und 2000 als Unterstützung für das Rumänienprojekt von Pfarrer Lovasz.

Die Spende von 16 500 Euro der Schwetzinger Gemeinde geht in voller Höhe an die Kinderrechtsorganisation KIRA, die sich im Kampf gegen Gewalt an Kindern, Ausbeutung und Misshandlung stark macht.

1,271 Millionen Euro insgesamt

Zum Ende zog Scherer eine beeindruckende Bilanz, denn seit Beginn der Hungermärsche 1983 bis 2018 ergibt sich ein Gesamt-Spendenbetrag von 1 271 000 Euro. „Eine Zahl, die sich sehen lassen kann und auf die alle Beteiligten zu Recht stolz sein können“, urteilte Mehrer. Denn dass bei einer durchschnittlichen Spende zwischen 10 bis 20 Euro pro Kopf unzählige Spendenwillige notwendig seien, wäre kein Geheimnis. So blicken die Gemeinden in diesem Jahr auf rund 2500 Spender.

„Viele, sehr viele kleine Schritte jedes Einzelnen, die zu guter Letzt einen weitreichenden Marsch ergaben und bei denen jede Unterstützung voller Freude und Dankbarkeit angenommen wurde.“ Der nächste Hungermarsch findet Ende Juni des nächsten Jahres in Ketsch statt.

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