Brühl

Frauenselbsthilfe Krebs Verband startet mit neuer Optik und neuem Namen / Ortsgruppe hält per Telefon und E-Mail Kontakt / Online gibt es ein breites Angebot

Hilfe für jeden – auch während der Krise

Archivartikel

Brühl/Schwetzingen.Rund 18 Millionen Menschen erkranken laut einer Umfrage der International Agency for Research on Cancer jedes Jahr neu an Krebs. Am häufigsten sind dabei Lungen-, Brust- und Darmkrebs. Noch immer ist Krebs eine Krankheit, die vielen Menschen Angst macht. Viele Krebserkrankungen sind zwar bei rechtzeitiger Diagnose, aufgrund der medizinischen Fortschritte, mittlerweile heilbar, aber immer noch sterben jedes Jahr allein in Deutschland über 250 000 Menschen an Krebs oder dessen Folgen.

Gerade in der Corona-Krise kommt nun noch die Angst hinzu, dass die medizinische Versorgung ausgelastet und deshalb nicht so gut sein könnte, wie sie es in Deutschland normalerweise ist. In dieser Situation steht die Frauenselbsthilfe Krebs (FSH) den Betroffenen zur Seite. Deutschlands größte und älteste Krebs-Selbsthilfe-Organisation ist auch in Brühl und Schwetzingen mit einer Gruppe aktiv.

„Persönlich treffen können wir uns natürlich aktuell nicht, aber wir sind weiterhin aktiv“, erklärt die Vorsitzende Gardy Cerff (kleines Bild) im Gespräch mit unserer Zeitung. In einer Pressemitteilung weist sie auf die vielen Angebote vom Bundes- und Landesverband hin, die den Betroffenen auch in Corona-Zeiten zur Verfügung stehen. Dazu gehört neben Videokonferenzen, einem moderierten Online-Forum und einer Krebs-App fürs Handy auch eine Telefonberatung. „Menschen, die selbst an Krebs erkrankt waren, übernehmen diese Beratung und stehen mit Rat und Tat zur Seite“, führt Cerff aus. Die Gruppe Brühl-Schwetzingen kommuniziere untereinander per Telefon oder E-Mail und stünden so ständig in Kontakt.

Neue Menschen sind willkommen

„Wenn es Probleme gibt, schließen wir uns kurz. Auf der Webseite sind zusätzlich jegliche Telefonnummern angegeben, bei denen man Hilfe bekommt“, erzählt die Vorsitzende. Neue Menschen seien außerdem jederzeit willkommen. „Oft kommen die Anfragen per E-Mail. Ich schicke den Interessierten unseren Plan zu und dann können sie dazu kommen und sehen, ob unsere Gruppe etwas für sie ist oder nicht. So finden immer wieder neue Menschen zu uns. Einige starten nach einiger Zeit auch wieder ins Berufsleben und kommen dann nicht mehr so regelmäßig, aber sie wissen, dass wir da sind“, weiß Cerff aus Erfahrung. Die FSH sei für alle Krebsarten da und nehme gerne auch Männer auf.

Gut bewährt habe sich darüber hinaus das Onko-Café in der GRN-Klinik in Schwetzingen. Seit eineinhalb Jahren wird dort im Konferenzraum zum offenen Gesprächskreis mit fachkundiger Begleitung eingeladen. Zu diesen Treffen kommen mindestens 20 Menschen, die sich dann mit den anwesenden Ärzten und Betroffenen austauschen können. Sobald es die Corona-Krise zulasse, nehme man sowohl das Onko-Café als auch die Gesprächs- und Informationskreise wieder auf.

Seit Mai präsentiert sich die Frauenselbsthilfe Krebs außerdem mit einer neuen Verbandsoptik. Das Logo, vorher dunkelgrün, strahlt nun in moderner Optik mit einer grün-orangenen Welle. Damit einher geht auch ein neuer Name: Bisher lautete der Name Frauenselbsthilfe nach Krebs – das Attribut „nach“ wurde aus dem Verbandsnamen gestrichen. Die Einführung des neuen Designs hatte die FSH schon lange vor der Corona-Krise geplant und auch die Gruppe Brühl-Schwetzingen wird künftig mit der veränderten Optik auftreten.

Mehr Betroffene erreichen

„Wir hoffen, dass vielleicht durch den optischen Neustart des Verbandes noch mehr Betroffene in dieser schwierigen Zeit auf unser hilfreiches Angebot aufmerksam werden“, wünscht sich die langjährige Leiterin der Gruppe Brühl-Schwetzingen in der Pressemitteilung. „Dann könnten wir noch mehr Menschen auffangen und auf ihrem schwierigen Weg durch die Erkrankung begleiten“.

Die neue Optik sei schon lange im Gespräch gewesen und nun umgesetzt worden. Nach über 40 Jahren, die die Frauenselbsthilfe Krebs nun schon aktiv ist, hätte es sich schwierig gestaltet dem Verband einen komplett neuen Namen zu geben – deshalb sei es da eine gute Lösung, einfach „nach“ wegzulassen.

Einen guten Rückhalt geben

„Jeder, der erkrankt ist, kann sich sofort an uns wenden. Wir sind gut aufgestellt in alle Richtungen. Es gibt auf unserer Webseite einen Mitgliederbereich, wir haben mehrere Fortbildungen im Jahr, veranstalten Landessitzungen und Kongresse. Wir fühlen uns verstanden und haben einen guten Rückhalt“, wirbt die ehrenamtliche Vorsitzende im Gespräch.

Das Leitmotiv der FSH ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Sie vertritt alle Krebsarten, der Hauptanteil der Betroffenen machen aber immer noch Brustkrebspatientinnen aus. „Ob Frau oder Mann, alt oder jung, selbst erkrankt oder Angehöriger, bei uns sind alle willkommen“, betont Cerff. Die Teilnahme an allen Gruppentreffen ist unverbindlich und ohne Mitgliedsbeitrag.

Info: Weitere Informationen gibt es unter www.frauenselbsthilfe.de

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